Allgemein /3. November 2008

Die Roststelle…

Neulich verbrachte Schwiegervater und ich das herrliche Herbstwetter mit der tagesfüllenden De- und Montage unserer leckenden Dusche, vergangenes Wochenende mit Reisetätigkeiten rund um die Verwandtschaft und gestern dachte ich, es wäre doch mal Zeit, die Winterreifen aufzuziehen. Wer braucht schon Freizeit für sich?

Gesagt getan, und bei der Gelegenheit kann doch das Auto auch gleich mal durch die Waschanlage (gut gegen schmutzige Hände: Felgenreiniger !) und danach schön polieren …

Also – ein trüber Sonntag wird zum Tag der Tat gekürt – das Auto steht frisch gewaschen seit 2 Tagen bereit. Erst einmal die Gummidichtungen pflegen, dann Wachs, jetzt polieren … und jetzt kommt die echte Männerarbeit: Den Wagenheber ansetzen … ja, ja, jaaa – und die ersten 2 Reifen sind in Windeseile gewechselt. Ermutigt von derlei Erfolg setze ich am dritten Rad an, kurbele, kurbele … ein merkwürdiges Knirschen … der Wagen senkt sich langsam, bedrohlich … der geübte Leser erinnert sich vielleicht noch daran, dass unser Familienauto ein etwas älteres Modell ist und erst kürzlich der Traum von einem Urlaub durch eine Werkstattrechnung platzte … der Wagen senkt sich immer noch … jetzt kein Knirschen mehr.
Taschenlampe an … Oh Gott !!! Der Wagenheber steckt senkrecht in einem rostigen Loch!

Ich wusste zwar von unserem Werkstatt-Helferlein, dass da was zu machen ist vor dem Tag des jüngsten Gerichtes im Januar (TÜV ist fällig), aber das !!! Grauenhaft … . .
Ok – Mann der Tat, hilf Dir selbst. Zweiter Wagenheber her (wie soll denn auch ein Hilfsdienst in die Tiefgarage kommen, wo ich in meiner Verzweiflung aufgelöst sitze und Stoßgebete flehe) und an einer anderen Stelle angesetzt (hoffentlich verbiegt jetzt nicht die Türschwelle, so wie damals vor 25 Jahren bei dem Auto meiner älteren Schwester, der ich auch bereitwillig geholfen habe, hi hi, peinlich…). Kurbeln, kurbeln … es knirscht … es hebt sich … es knirscht … der Wagen bekommt Bodenfreiheit … der Reifen dreht sich … ich könnte stundenlang über dieses Gefühl schreiben … Reifen gewechselt, Wagen abgelassen, Angstschweiß weg gewischt.
Ich spüre etwas hinter mir, drehe mich um … mein kleiner Sohnemann hat sich den Weg in die Tiefgarage gebahnt (STRENG VERBOTEN !!!) und schaut mich an … strahlend …
„Papa, machst Du ? Papa Auto? Papa, Auto sauber ! Auto sauber, Auto schön…“
Vergessen der schreckliche Moment des Verfalls … vergessen der Moment, der bald kommt in Form einer teuren Rechnung. Ich nehme den Kleinen in den Arm und sage „ja, Papa hat das Auto gaaaanz toll sauber gemacht“ …
Ist Ihnen schon mal so was passiert?