Allgemein /23. Oktober 2017

In Würde alt werden

So hilft die ganze Familie bei der Pflege

Irgendwann kommt für uns alle die Zeit, in der wir nicht mehr alleine für uns sorgen können. Wenn die eigenen Eltern gebrechlich werden und mit der Bewältigung des Alltags überfordert sind, wird es Zeit, über eine langfristige Lösung nachzudenken. In vielen Familien wird die Pflege und Unterstützung zunächst von Familienangehörigen übernommen. Wenn die räumliche Trennung nicht zu groß und die nötige Zeit vorhanden ist, kann dies noch über viele Jahr die optimale Lösung sein. Wichtig ist dabei, einige Punkte zu beachten, damit sich alle Beteiligten wohlfühlen.

 

Achtung und Respekt bei Pflege zuhause

Jeder von uns wünscht sich, in Würde alt werden zu können. Der Wunsch, so lange wie möglich selbständig in der eigenen Wohnung wohnen zu bleiben, steht bei vielen Pflegebedürftigen ganz oben auf der Liste. Ist die Entfernung der Kinder zu ihren Eltern nicht zu weit, spricht nichts gegen diese Lösung. Durch Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen und bei der körperlichen Pflege kann der Umzug ins Pflegeheim oft um Jahre herausgezögert werden. Wer beruflich stark eingespannt ist, kann auch Dienstleister damit beauftragen einzukaufen oder zum Beispiel die Reinigung der Wohnung zu erledigen. Die sehr intimen Tätigkeiten wie Waschen und Anziehen sollten hingegen die Angehörigen oder ausgebildete Fachkräfte übernehmen. Wichtig ist jedoch, bei allen Entscheidungen den Pflegebedürftigen mit einzubeziehen. Der Respekt vor den Wünschen der Betroffenen sollte dabei immer an erster Stelle stehen.

 

Bringen Sie auch Kindern bei, was Älterwerden heißt

Auch die Enkel können zum Wohlbefinden der Großeltern beitragen, denn nichts hellt die Stimmung mehr auf, als ein fröhliches, unbeschwertes Kinderlachen. Gleichzeitig können aber auch die Großeltern ihren Enkeln viel mitgeben. Auch wenn Opa oder Oma nicht mehr ganz so fit sind, spricht nichts dagegen, die eigenen Kinder mitzunehmen, um die Großeltern zu versorgen. So lernen die Kleinen gleich was es heißt, älter zu werden und lernen Respekt im Umgang mit Menschen, die nicht mehr alles mitmachen können. Unterstützen kann man dies durch geeignete Spiele, welche von den Großeltern noch gespielt werde können. Bücher mit extra großer Schrift zum Vorlesen oder einfache Brettspiele bieten eine gute Möglichkeit, die Kinder zu beschäftigen, während die Eltern sich um den Haushalt der Angehörigen kümmern oder kurz einkaufen gehen.

 

Holen Sie sich Hilfe bei der Pflege

Ab einem gewissen Punkt kann die Pflege der eigenen Eltern zur nicht mehr stemmbaren Belastung werden. Wer beruflich und privat stark eingespannt oder selbst gesundheitlich nicht ganz fit ist, wird mit der zusätzlichen Belastung eines pflegebedürftigen Angehörigen überfordert sein. Es gibt dank angepasster Gesetze mittlerweile die Möglichkeit, Pflegekräfte aus Osteuropa legal zur Pflege zu engagieren. Dies läuft dann über eine entsprechen Vermittlungsfirma, die sich um alle Formalitäten kümmert. Je nach individuellem Pflegebedarf und persönlicher Situation, werden Teil- oder Vollzeitkräfte zur Pflege nach Deutschland entsendet. Es handelt sich hierbei um ausgebildete Fachkräfte, die in der Regel gut bis sehr gut Deutsch sprechen. Die Angehörigen gehen bei der Beauftragung einer solchen Agentur auf Nummer sicher, da diese dafür Sorge trägt, dass alle rechtlichen Vorgaben erfüllt und alle Abgaben, Steuern etc. bezahlt werden. Oftmals liegt der Eigenanteil, der nach Abzug der möglichen Erstattungen noch zu zahlen ist, unter den Kosten für einen  Pflegeheimplatz.

 

Das richtige Pflegeheim finden

Falls die Pflege in den eigenen vier Wänden, persönlich oder durch eine ausgebildete Pflegekraft,  nicht in Frage kommt oder der Pflegebedarf sehr hoch ist, bleibt als letzte Alternative nur die Unterbringung in einem Pflegeheim übrig. Wer bei der Auswahl des Alten- oder Pflegeheims einige grundlegende Auswahlkriterien beachtet, kann die Unterbringung mit gutem Gewissen veranlassen. Ein Pflegeheim hat den Vorteil, dass alle Alltagsangelegenheiten wie Einkaufen, Essen zubereiten oder das Wäschewaschen, bereits erledigt werden. Die Angehörigen können sich also bei den Besuchen ganz auf die Zeit mit den Pflegebedürftigen konzentrieren. Gleichzeitig bieten Alten- und Pflegeheime viele Möglichkeiten mit anderen Senioren in Kontakt zu treten und über gemeinsame Aktivitäten den Ruhestand zu beleben.