Allgemein /10. November 2017

Jugendliche im Praktikum – So unterstützen Eltern ihre Kinder

In der Mittel- und Oberstufe stehen die Teenies vor einer neuen Herausforderung: Sie sollen ein von der Schule aus betreutes Praktikum belegen. Manche Schulen bieten das Praktikum in der achten Klasse an, andere in der neunten oder zehnten, häufig folgt in der Oberstufe noch ein zweites. Die Schüler können diese Gelegenheit nutzen, um in einen Beruf reinzuschnuppern und die eigenen Interessen und Fähigkeiten auszuprobieren. Das Format Praktikum wird auch gerne zur Orientierung nach der Schule genutzt.

 

Praktikum – Start ins Berufsleben

Leider werden Praktikumsplätze häufig aus falschen Beweggründen ausgesucht. Es sollte das persönliche Interesse am Berufszweig und dem Unternehmen im Vordergrund stehen, ggf. ist es die beste Gelegenheit, sich in seinem Traumberuf auszuprobieren. Stattdessen möchten viele Schüler hauptsächlich einen Platz haben, bei dem keine besonders hohe Strenge herrscht, die Arbeitszeiten bequem sind und keine allzu hohe Leistung abverlangt wird.

Dabei entgeht den jungen Menschen die Chance, tatsächlich eine wertvolle Erfahrung zu sammeln. Schlimmstenfalls haben sie stattdessen zahlreiche negative Erfahrungen, die die Motivation für das Berufsleben von Anfang an senken können.

 

Eltern können unterstützen

Die Eltern können gemeinsam mit dem Teenager darüber sprechen, welche Fähigkeiten und Stärken das Kind im Praktikum erlernen möchte. Als ein Praktikant hat man je nach Betrieb diverse Möglichkeiten, das Arbeitsleben aktiv und passiv mitzuerleben, neue Skills zu erlernen und einfach einen Realitätsbezug zu einem beruflichen Alltag zu bekommen. Ebenso müssen junge Menschen, die das Abitur anstreben, rechtzeitig rausfinden ob ein Studium oder eine Ausbildung in Frage kämen. Eine Ausbildung kann vielseitig sein und sowie rein praktisch, als auch durchgemischt. Schulische Ausbildungen ähneln beispielweise durchaus einem Studium, haben aber einen höheren praktischen Anteil.

Es ist davon abzuraten, den Kindern im eigenen Betrieb einen Praktikumsplatz zu beschaffen. Die Verantwortung, sich um einen Praktikumsplatz zu bemühen, sollte in der Hand der Jugendlichen liegen, da sie dadurch lernen, Verantwortung zu übernehmen und für ihre Ziele zu arbeiten.

 

Skills richtig einsetzen

Nicht nur in der Schule, sondern auch zur beruflichen Orientierung nach einem schulischen Abschluss können Menschen ein Praktikum absolvieren. Die Branche sollte gemäß den eigenen Fähigkeiten ausgewählt werden. Wer sich z. B. gerne mit dem Verhalten von Menschen beschäftigt, gern telefoniert, Daten erfasst und Menschen für sich gewinnt, der könnte in einem Personal- oder Kundenmanagement-Unternehmen sich wohl fühlen. Erfolgreiche Unternehmen wie z. B. Capita Europe beschäftigen sich auf der höchsten Ebene mit dem Kundenmanagement und der Kundenkommunikation für große Unternehmen.

Wer sich im direkten Kontakt wohlfühlt und eine soziale Ader mitbringt, könnte in einem Praktikum im Sozialbereich aufblühen. Ob ein Praktikum in der Pflege, in einer ergotherapeutischen oder physiotherapeutischen Praxis, einer Behindertenwerkstatt oder einem Kindergarten: In jedem Fall ist es eine wertvolle Erfahrung, die schnell zu einer Berufung werden kann.

Wer handwerklich begabt und geschickt ist, kann auf der großen Bandbreite der handwerklichen Berufe einen Praktikumsplatz finden. Handwerksbetriebe jeder Art freuen sich meist über eine Hilfe, dabei kann man den Alltag mitbekommen und bereits die ersten neuen Skills erlernen. Beliebt ist z. B. ein Praktikum in einer Bäckerei oder Konditorei, auch, wenn dort nachts gearbeitet wird.

 

Nicht verschwenderisch mit sich selbst sein

Eltern sollten ihre Kinder ermutigen, einen sinnvollen Praktikumsplatz zu finden. Es ist davon abzuraten, ein Praktikum in Supermärkten zu machen, da dort einfach zu wenige Möglichkeiten gibt, tatsächlich in die Materie reinzuschnuppern. Häufig werden Praktikanten als eine Art kostenlose Arbeitskraft gesehen und müssen sich hauptsächlich mit dem Einräumen von Regalen beschäftigen, der Lerneffekt bleibt dabei aus. Ebenso sollten die Praktikanten sich bewusst sein, dass sie natürlich zu einer gründlichen und zuverlässigen Arbeit verpflichtet sind, aber auch Rechte besitzen und die Betriebe den Lernauftrag nicht vernachlässigen dürfen. Meist haben Schulen Kooperationsverträge mit den Betrieben und diese müssen eingehalten werden. So ist es nicht der Sinn und Zweck eines Praktikums, ausschließlich niedere Arbeiten durchzuführen, ohne den beruflichen Alltag mitzubekommen.

 

Checkliste für einen sinnvollen Praktikumsplatz

  • Kann ich mir vorstellen, in der Branche zu arbeiten?
  • Welche Fähigkeiten möchte ich bei dem Praktikum lernen?
  • Was sind meine Stärken und werden diese in dem Praktikum benötigt?
  • Warum möchte ich ausgerechnet in diesem Betrieb ein Praktikum machen?
  • Glaube ich, dass mir der Bereich grundsätzlich Spaß machen kann?