"Diese Sendung enhält Szenen, die Ihr sittliches Empfinden verletzen können." Einblendungen wie diese finden Sie in der Regel bei Sendungen, die ab FSK-Alter 16 bzw. 18 Jahre freigegeben sind. Vielleicht ist Ihnen aber einmal aufgefallen, dass bereits bei FSK ab 12 Jahre dennoch etliche "abgespeckte" Inhalte dieser Art vorkommen? Um Ihnen die Auswahl von altersgruppengerechten Filmen zu erleichtern, stellt taunus4family regelmäßig aktuelle, aber auch gute Filme älteren Datum vor.


Am besten wär´s in allen Fällen, den Kasten gar nicht anzustellen.
Doch vielfach achtet man nicht drauf, und lässt den Dingen ihren Lauf...? Besser so nicht...
Anstelle der FSK-Beurteilung (Altersempfehlung) gibt es noch andere Parameter, an denen ein guter Kinder- oder Familienfilm gemessen werden kann. Filme - ob im Kino oder im Fernsehen - vermitteln Werte, positive wie negative, offen oder unterschwellig. Sie können Toleranz, Hilfsbereitschaft und gewaltfreie Strategien zur Konfliktlösung fördern oder auch das Gegenteil bewirken.
Um Ihnen die Auswal altersgruppengerechter Filme zu erleichtern, gibt taunus4family Filmtipps, die ab und zu auch guten Stoff älteren Datums beinhalten.
Alle halten den schlimmen Fahrradsturz der Mutter für einen Unfall, nur der kleine Lillebror nicht. Er vermutet ein Verbrechen und macht sich auf Spurensuche. Unterstützung erfährt er einzig von seiner Freundin Vesla und seinem treuen Gefährten Knerten, einem sprechenden Zweig, der ihm wie schon im ersten Teil „Mein Freund Knerten“ (2009) nicht von der Seite weicht. Als Lillebror auf eine heiße Spur stößt, nimmt ihn keiner Ernst. Selbst Knerten träumt lieber von dem charmanten Birkenzweiglein Karoline. Verzweifelt reißt Lillebror aus. Vielleicht glaubt ihm die Polizei, jetzt da er Beweise liefern kann? Aber er verläuft sich und der Fall nimmt eine überraschende Wende. Endlich kann Lillebror seine genesene Mutter wieder in die Arme schließen und Knerten mit Karoline zusammen kommen. Filmstart: 19. April 2012.
Die zweite "Knerten"-Verfilmung knüpft direkt an den ersten Teil an: Wie in der Buchvorlage von Anne-Catharina Vestly lebt Lillebror nach wie vor in einer norwegischen 60er-Jahre-Idylle aus Holzhäusern, Wald, Wiesen und perfekten Damenfrisuren. Wenngleich Setting und Ausstattung ein nostalgisches Bild dieser Zeit entwerfen, gestaltet sich Lillebrors Kindheit nicht ebenso harmonisch. Einerseits mag dessen Einbildungskraft, die unter anderem (den im Film computeranimierten) Knerten zum Leben erweckt, Auslöser vieler Gags sein. Obendrein bringen Standardsituationen und Soundeffekte aus Western und Horrorfilmen Lillebrors Ängste amüsant auf den Punkt. Andererseits zeugen diese Auswüchse seiner Fantasie von Einsamkeit. Niemand steht dem um seine verunfallte Mutter besorgten Jungen wirklich bei - der Vater ist auf Dienstreise, der große Bruder der Betreuerrolle nicht gewachsen.

Altersempfehlung:
ohne Altersbeschränkung
Wertung:
4 von 5 Punkten
Aller Anfang ist schwer. Doch für Laure läuft eigentlich alles ganz gut, nachdem ihre Eltern mit ihr und ihrer kleinen Schwester wieder mal umgezogen sind. Es ist Sommer, schnell lernt sie die Kinder der Nachbarschaft kennen und sie verliebt sich in Lisa. Doch für Lisa heißt Laure Michael und unter diesem Namen kennen sie auch ihre anderen neuen Freunde. Außer dem Namen ändert sich für Laure zunächst nicht viel. Sie spielt Fußball, sie rauft, sie träumt und verbringt glückliche Sommertage. Einen Jungen zu spielen fällt ihr nicht schwer. Kompliziert wird es, als sich Lisa bei Laures Schwester nach ihrem Bruder Michael erkundigt. Das Spiel mit der eigenen Identität wird zu einem Geheimnis, welches Laure vor ihren Freunden als auch ihren Eltern hüten muss. Kinostart: 9. Mai 2012
Man meint in Laures Haut zu stecken, wenn sie das Spiel der Kinder und vor allem der Jungen sowie ihren eigenen Körper beobachtet. Unkommentiert und konsequent auf Augenhöhe der Kinder erzählt die subjektive Kamera das Experimentieren mit der geschlechtlichen Identität. Der Prozess ist zunächst ein spielerischer und wird auf humorvolle Art und Weise im Spiel mit den Freunden ausgehandelt. Authentizität und Überzeugungskraft gewinnen diese Szenen dadurch, dass sie streckenweise improvisiert und von den realen Freunden der Schauspielerin Zoé Heran gespielt werden. Doch dass die sexuelle Selbstfindung auch ein schmerzvoller Weg ist und Laure ein Geheimnis trägt, was für sie immer belastender wird, bewirken auch die engen Bildräume der Kamera. Für den Zuschauer wird es immer schwieriger einen Überblick über die Szenerie zu gewinnen und für Laure die Situation unter Kontrolle zu behalten.

Altersempfehlung:
ab 6 Jahre (beantragt)
Wertung:
3 von 5 Punkten
Der kleine Bär und der kleine Tiger finden beim Tauchen im See eine Kiste mit einer alten Schatzkarte. Da beschließen sie gemeinsam auf Schatzsuche zu gehen. Durch einen Streit mit dem Hund Kurt über die Echtheit der Schatzkarte, zerreißt die Karte in zwei Teile. Ein Teil davon wird weggeweht und landet bei Gokatz, dem angeberischen Kater und Detektiv, der die Karte an den Hasen Jochen Gummibär weitergibt, der auf der Suche nach Freunden ist. Jochen trifft auf Bär und Tiger und gemeinsam versuchen die drei den Schatz zu finden. Doch auch Gokatz und der schlaue Hund Kurt wollen den Schatz ergattern. Die abenteuerliche Suche der gegnerischen Teams führt dabei durch Tintensümpfe und in Eiswelten bis zu einem Piratenschiff, in dem der Schatz versteckt ist. Filmstart: 24. Mai 2012
Angelehnt an das bekannte Buch von Janosch „Komm wir finden einen Schatz“ aus der Trilogie über den kleinen Bären und den kleinen Tiger, verfilmt Irina Probost diesen Kinderbuchklassiker als neues Abenteuer in 3D- und 2D, in dem sich noch weitere Figuren wie der Hase Jochen, der Hund Kurt und der Kater Gokart zu Bär und Tiger gesellen. Entstanden ist daraus ein Animationsfilm in warmen Aquarellfarben, mit klar gezeichneten Figuren, liebevollen Details und mit Abblenden, die das Handlungsverständnis der jüngsten Zuschauer fördern. Etwas befremdlich wirken jedoch die durchweg computeranimierten Figuren, die wie gezeichnet aussehen sollen. Ebenso wie Janoschs Buchvorlage, gelingt es dem Film, trotz der ganz anderen Geschichte, ohne pädagogischen Zeigefinger zu transportieren, dass Freundschaft und Zusammenhalt wichtiger sind als Geld.

Altersempfehlung:
ab 5 Jahre
Wertung:
5 von 5 Punkten
Nordspanien 1953. Das Land leidet unter der Diktatur von General Franco. Viele verarmte Kleinbauern, darunter der Vater des siebenjährigen Marcos, werden von Großgrundbesitzern gnadenlos ausgebeutet. Als ein Wolfsrudel mehrere der dem Vater anvertrauten Ziegen reißt, kann er die Schulden nicht begleichen. Marcos wird deshalb an den Großgrundbesitzer verkauft, der ihn zum Ziegenhüten in das schwer zugängliche Bergland der Sierra Morena schickt. Im Tal der Stille ist ein alter Ziegenhirte Marcos einziger Ansprechpartner. Von ihm lernt er, wie man in der Wildnis überleben kann. Als der Alte stirbt, schlägt sich Marcos mit Hilfe eines zahmen Frettchens und eines jungen Wolfes alleine durch. Er lebt im Einklang mit der Natur und wird zum Freund der Wölfe. Zwölf Jahre später wird er von Polizisten entdeckt. Kinostart: 7. Juni 2012
Der Spielfilm beruht auf der wahren Lebensgeschichte von Marcos Rodríguez Pantoja, der 1946 in der nördlichen Provinz Cordoba geboren wurde und zwischen 1954 und 1965 im Tal der Stille lebte. Gegen Ende ist der reale Marcos zu sehen, der gerne in dieses Tal zurückkehren würde und der Gesellschaft von Menschen die Freundschaft mit den Wölfen vorzieht. Denn die Jahre in diesem Tal waren für ihn die schönsten in seinem Leben. In großartigen Landschafts-, Natur- und Tieraufnahmen gelingt es dem Spielfilm, der zugleich als Tierfilm inszeniert ist, etwas von diesem Leben inmitten der Natur zu vermitteln. Etwa vier Fünftel des Films zeigen Marco als Kind, nur das letzte Fünftel präsentiert ihn als total verwilderten jungen Mann, der im besten Sinn des Wortes zu einem Tier geworden ist.

Altersempfehlung:
ab 10 Jahre
Wertung:
4 von 5 Punkten
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