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Früherkennung - der große Check-up

Die Politik hat den Schutz von  Kindern u.a. verbessert, indem sie Vorsorgeuntersuchungen zur Pflicht gemacht und zuständige Stellen besser vernetzt hat. In Hessen besteht eine Meldepflicht für die Vorsorgeuntersuchungen ab dem 2. Lebensmonat  bis zur J1 . Jedes Kind bekommt in den ersten Lebensjahren elf kostenlose Untersuchungen. Sie werden vom Säuglingsalter an bis in die Schulzeit durchgeführt. Sechs davon finden im ersten Jahr statt. Sie dienen dazu, Krankheiten und Funktionsstörungen frühzeitig zu erkennen und schwerwiegende körperliche Schäden zu verhindern.

Warum jede einzelne wichtig ist, sehen sie hier.  

Früherkennung - der große Check-up auf taunus4family

Seit Mai 2006 bekommen alle Kinder und Jugendliche ein zusätzliches Vorsorgeheft mit vier neuen Vorsorgen (in der folgenden Tabelle mit * gekennzeichnet),  die der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) entwickelt hat. Hier sind neben der körperlichen Untersuchung auch die Früherkennung von Entwicklungsstörungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen vorgesehen. Sie sollen die Lücken zwischen den bisherigen Terminen schließen, um eine bessere Prävention in den verschiedenen, für die Entwicklung des Kindes entscheidenden Altersstufen, zu ermöglichen.  

Seit Juli 2008 ist die U7a verpflichtend und eine Regelleistung, das heißt, die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die U10, U11 und J2 sind freiwillige Vorsorgeuntersuchungen. Hier wird neben einer körperlichen Untersuchung vor allem auch auf die emotionale, soziale und schulische Entwicklung der Kinder geachtet, aber auch auf das "Medienverhalten". Diese Untersuchungen werden nicht von jeder Kasse bezahlt. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse über eine mögliche Kostenübernahme.

U 1 Erklärung
Sofort nach der Geburt: Beim Neugeborenen wird geprüft: Wie ist die Hautfärbung? Atmet das Baby normal? Sind Herzschlag, Muskelspannung und Bewegungen in Ordnung? Bei Verdacht auf eine Krankheit ziehen Hebammen und Geburtshelfer umgehend einen Kinderarzt hinzu.
U 2 Erklärung
Basis-Untersuchung: Sie findet meist noch in der Geburtenklinik statt. Erst diese gründliche Untersuchung zwischen dem vierten und sechstem Lebenstag gibt den Eltern Gewissheit, ob ihr Baby gesund ist. Von großer Bedeutung sind Stoffwechsel-Tests, die klären, ob die Schilddrüse richtig arbeitet, ob Eiweiß- oder Zuckerstoffwechsel-Störungen vorliegen (dazu wird ein Tropfen Blut aus der Ferse des Babys entnommen). Die Eltern erfahren auch einiges über Rachitis- und Fluorid-Prophylaxe (zur Zahnhärtung).
U 3 Erklärung
Bei Ihrem Kinderarzt: Zwischen vierter und sechster Lebenswoche bringen die Eltern ihr Kind zum Kinderarzt, der es in den kommenden Monaten und Jahren betreuen wird. Das Baby wird gemessen und gewogen. Stimmt der Wachstumsverlauf? Hört das Baby gut? Stimmen Herzfrequenz und Reflexe? Fällt beim Abtasten der Organe etwas auf? Kann das Baby in Bauchlage schon für kurze Zeit den Kopf heben? Lassen sich die Beinchen in der Hüfte gut bewegen? In der Regel heißt es nach 15 bis 20 Minuten:"Alles okay mit ihrem Baby!" Bei etwa drei von 100 Kindern sind eingehendere Untersuchungen nötig. Übrigens: Der Arzt kann in seiner Praxis nicht alle Besonderheiten feststellen. Es hilft ihm sehr, wenn Sie ihm mitteilen, ob Ihnen zu Hause etwas an Ihrem Baby aufgefallen ist, z.B. ob es Probleme beim Schlucken hat; ob es besonders schrill oder aber kraftlos schreit; ob sein Stuhlgang schleimig oder wässrig ist.
U 4 Erklärung
Die ersten Fortschritte: Der Arzt untersucht, wie sich das Baby körperlich und geistig entwickelt hat. Es ist ja schon etwa drei Monate alt und nimmt immer stärker Kontakt zur Umwelt auf. Verfolgt es Gegenstände mit den Augen? Kann es Spielsachen in der Hand halten? Die Eltern berichten dem Arzt, wie ihr Kind trinkt, ob es fähig ist, die Hände zusammenzuführen bzw. zur Faust zu ballen. Und ob es zurücklächelt.
U 5 Erklärung
Bewegte Zeiten: Zu Beginn des zweiten Lebenshalbjahres gilt das Augenmerk des Arztes vor allem der Bewegungsfähigkeit und Geschicklichkeit. Die meisten Kinder können sich z.B. in Bauchlage schon gut mit beiden Händen abstützen und den Kopf oben halten. Außerdem greifen sie jetzt mit der ganzen Hand nach Gegenständen. Die Eltern teilen dem Arzt mit, ob ihr Baby in der Lage ist, Blickkontakt aufzunehmen. Ob es auf Zurufe oder Telefonklingeln reagiert, und ob es sich vom Rücken auf die Seite bzw. auf den Bauch dreht.
U 6 Erklärung
Fast schon ein Jahr alt: Wie bei den vorangegangenen Untersuchungen geht es zwischen dem zehnten und zwölftem Lebensmonat besonders um die motorische Entwicklung: um Krabbeln, Rutschen und Hochziehen in den Stand, um gezieltes Greifen mit Zeigefinger und Daumen. Nebem dem Check der wichtigen Organe und ander Körperfunktionen rückt jetzt auch das Sprechverhalten ins Blickfeld. Die meisten Kinder führen schon kleine Plapper-Dialoge mit ihren Eltern und bilden Doppelsilben wie papa oder dada (meist ohne Sinnbezug).
U 7 Erklärung
Kleinkinduntersuchung: Am Ende des zweiten Lebensjahres sollte das Kind sicher laufen, sich bücken und wieder aufrichten können. Feinmotorische Fähigkeiten werden von vielen Ärzten anhand eines Steckspiels getestet. Der Kinderarzt prüft, ob das Kind auf Aufforderung reagiert und einfache Gegenstände benennen kann. Außerdem im Programm: ein Check der Haut, verschiedene Organe, des Skelettsystems, der Sinnensorgane. Seit Juli 2008 schließt die neue U7a die zweijährige Lücke zwischen U7 und U8. Die Dreijährigen werden besonders auf Sprach- und Bewegungsstörungen untersucht.
U 7a* Erklärung
Im Alter von 3 Jahren: Seit Juli 2008 schließt die neue U7a die zweijährige Lücke zwischen U7 und U8. Bei der U7a geht es im Wesentlichen um Erkennen und Behandlungseinleitung von allergischen Erkrankungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien..
U 8 Erklärung
Verständigungs-Test: Fast zwei Jahre ist der letzte Vorsorge-Termin nun schon her. Den Kinderarzt interessiert jetzt vor allem die Sprachentwicklung. Er versucht, das Kind in ein kleines Gespräch zu verwickeln. Oder er zeigt ihm Bilder und Gegenstände, zu denen es eine Geschichte erzählen soll. Mädchen und Jungen im Kindergartenalter können sich selbst schon mit "ich" benennen und in ganzen Sätzen sprechen. Der Arzt testet das Stehen bei geschlossenen Augen, die Gangsymmetrie, die Kontaktfähigkeit. Er möchte von den Eltern wissen, ob es Probleme mit nächtlichem Einnässen gibt, Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern, Konzentrationsprobleme oder andere Verhaltensauffälligkeiten.
U 9 Erklärung
Letzte Kinderuntersuchung: Im Jahr vor der Einschulung achtet der Arzt besonders auf die Sehfähigkeit, das Gehör, die Feinabstimmung der Bewegungen und die Fortentwicklung der Sprache. Wie ausdauernd kann das Kind spielen? Wie steht es um sein Sozialverhalten? Sind Darm- und Blasenkontrolle in Ordnung? Kann es sich allein an- und ausziehen?
U 10* Erklärung
Im Alter von 7-8 Jahren: Die U10 soll mit U11 die Lücke zwischen U9 (mit etwa 5 Jahren) und J1 (mit etwa 12 bis 14 Jahren) schließen. Schwerpunkte: Erkennen und Behandlungseinleitung von umschriebenen Entwicklungsstörungen (z.B. Lese-Rechtschreib-Rechenstörungen), Störungen der motorischen Entwicklung und Verhaltensstörungen (z.B. ADHS).
U 11* Erklärung
Im Alter von 9-10 Jahren: Schwerpunkte der U11 sind: Erkennen und Behandlungseinleitung von Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien, gesundheitsschädigendem Medienverhalten. Diese Untersuchung soll u.a. der Bewegungs- und Sportförderung dienen, den problematischen Umgang mit Suchtmitteln erkennen und verhindern helfen, aber auch gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen (u.a. Ernährungs-, Bewegungs-, Stress-, Sucht- und Medienberatung).
J 1 Erklärung
(U10) Teenager-Check: Die Jugendgesundheitsberatung gibt es erst seit einigen Jahren. Sie ist eine gute Gelegenheit, Verformungen der Wirbelsäule, Fußschäden und Haltungsfehler, Übergewicht, Sehfehler und Allergien zu erkennen. Vielleicht findet der Teenager auch Vertrauen, um mit seinem Arzt über Schulschwierigkeiten oder Probleme zu Hause zu reden.
J 2* Erklärung
Im Alter von 16-17 Jahren: Schwerpunkte der letzten Vorsorgeuntersuchung J2 sind: Erkennen und Behandlungseinleitung von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen, Kropfbildung, Diabetes-Vorsorge, Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Begleitende Beratung bei der Berufswahl.

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