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Mutterpass

Der Mutterpass ist eigentlich ganz leicht zu verstehen - Sie brauchen nur einen Grundkurs Latein und ein abgeschlossenes Medizinstudium (kleiner Scherz).

Er ist klein, blau und voller Fremdwörter... Mal  ehrlich, wer weiß wirklich, was die ganzen Fachausdrücke im Mutterpass bedeuten?

Hier eine kleine Zusammenfassung:  


  

Mutterpass - das 1x1 des Mutterpasses auf taunus4family

Seite 2 und 3

Serologische Untersuchungen Erklärung
Serologische Untersuchungen: Das sind alle Blutuntersuchungen, inklusive Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (Rh)
Antikörpersuchtest: Dieser Test klärt auf, ob im Blut der Mutter Antikörper gegen das Blut des Babys gebildet werden, wenn der Rhesusfaktor bei Mutter und Baby verschieden ist.
Röteln-HAH-Test: Damit wird festgestellt, ob die Mutter schon eine Rötelnerkrankung hinter sich hat. Ein positiver "Titer" (das ist der Gehalt an Antikörpern) von z.B. 1 zu 16 heißt, dass die Frau sich keine Sorgen machen muss. Ihr Körper hat genügend Antikörper gebildet und ist vor einer Ansteckung geschützt.
HBs-Antigen-Test: Fahndung nach Hepatitis-B-Viren im Blut der Mutter.
LSR: Das bedeutet "Lues-Such-Reaktion" und ist die Untersuchung auf bakterielle Erreger der Syphilis im mütterlichen Blut.
Chlamydien-trachomatis- Antigen-Abstrich: Aus dem Gebärmutterhals.

Seite 4

Vorangegangene Schwangerschaften Die Angaben zu vorausgegangenen Schwangerschaften sind für den behandelnden Arzt sehr wichtig.
Spontangeburt: Geburt ohne medizinische Eingriffe in den Geburtsablauf
Sectio: Kaiserschnitt
Vag. Operation: Hiermit sind vaginal operative Eingriffe wie die Saugglocke (Vakuum) oder die Zangengeburt (Forceps) gemeint
Abort: Fehlgeburt
Abruptio: Schwangerschaftsabbruch
Extrauterine Schwangerschaft (EU): Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter, z.B. Bauchhöhlen-, Eileiterschwangerschaft

Seite 9

Besonderheiten/Behandlung/Befunde Erklärung
Besonderheiten zu den Katalogen A und B: Hier können Therapiemaßnahmen eingetragen werden, z.B. die Insulin-Dosis bei Zuckerkranken
Stationäre Behandlung während der Schwangerschaft: Wichtig für den schnellen Überblick über stationäre Aufenthalte
Cardiotokographische Befunde: Ab der 28. Schwangerschaftswoche wird alle 14 Tage, ab der 37. jede Woche ein CTG geschrieben. Dabei werden die Herzaktion des Kindes und die Aktivität der Gebärmutter aufgezeichnet

Seite 5

Anamnese und Vorsorgeuntersuchung Erklärung
Gravida: bezeichnet die Zahl der Schwangerschaften, wobei auch Fehlgeburten mitgezählt werden. Das Wort Para (parere=gebähren) gibt Auskunft darüber, wie viele Geburten insgesamt stattgefunden haben
Anamnese: Krankheitsvorgeschichte
Terminbestimmung: ist Grundlage für den Beginn des Mutterschutzes. Unter dem Konzeptionstermin versteht man den Tag der Empfängnis. Die Berechnung des Geburtstermins (ET=errechneter Termin) basiert auf dem ersten Tag der letzten Regel (LR) + 280 Tage = ET
Besondere Befunde: bezieht sich auf Probleme, die während der Schwangerschaft auftreten können. Weitere Fremdwörter und Abkürzungen: Hypertonie bedeutet Bluthochdruck, Adipositas steht für Fettleibigkeit, post partum ist die Zeit nach der Geburt; ZNS: Gehirn; SS: Schwangerschaft; SSW: Schwangerschaftswoche

Seite 7 und 8

Gravidogramm Erklärung
Gravidogramm: grafische Darstellung des Schwangerschaftsverlaufs
Fundesstand: gibt die obere Begrenzung der Gebärmutter an
Ödeme: Wassereinlagerungen
Varikosis: Krampfadern
RR systolisch/diastolisch: oberer und unterer Blutdruckwert

Seite 10 und 11

Ultraschalluntersuchungen Erklärung
Screening: Ultraschall-Vorsorgeuntersuchungen
FS: Fruchsackdurchmesser
SSL: Länge des Kindes vom Scheitel bis zum Steiß
BPD: Querdurchmesser des kindlichen Kopfes
FOD: Längsdurchmesser des kindlichen Kopfes (von der Stirn bis zum Hinterkopf)
KU: Kopfumfang
ATD: Querdurchmesser des kindlichen Bauches von vorne nach hinten
AU: kindlicher Bauchumfang
FL: Länge des kindlichen Oberschenkelknochens
HL: Länge des kindlichen Oberarmknochens

Seite 12 und 13

Ultraschall-Kontrolluntersuchungen und Wachstumsverlauf Erklärung
Ultraschall-Kontrolluntersuchungen nach Anlage 1b: bei Verdacht auf Fehlbildungen etc. sollten weitere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden
Die Normkurve: für den fetalen Wachstumsverlauf beschreibt detailliert das Wachstum des Babys im Bauch
SSL: Länge des Kindes vom Scheitel bis zum Steiß
BPD: Querdurchmesser des kindlichen Kopfes
ATD: Querdurchmesser des kindlichen Bauches

Seite 14

Weiterführende Ultraschalluntersuchungen Erklärung
Weiterführende Ultraschalluntersuchungen: wenn z.B. ein konkreter Verdacht auf eine Erkrankung und/oder Fehlbildung besteht
Dopplersonografische Untersuchung: mit Ultraschall wird die Blutversorgung des Babys untersucht
Geburt: SP: Spontangeburt, S: Snittentbindung (Kaiserschnitt), Vag.Op.: Zangen- oder Saugglockengeburt, SL: Schädellage, das heißt, der Kopf des Babys zeigt nach unten, BEL: Beckenendlage-auch Steißlage genannt, QL: Querlage-das Baby liegt quer, Apgar-Zahl: Gleich nach der Geburt wird der Zustand des Babys mit dem Agpar-Schema beurteilt, ph-Wert: gibt Auskunft über den Säuregrad des Bluts in der Nabelschnurarterie des Kindes

Seite 15

Abschlussuntersuchung/Epikrise (Beurteilung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett) Erklärung
Wochenbett: Bei der Abschlussuntersuchung vor der Entlassung aus der Klinik prüft der Arzt die Rückbildung der Gebärmutter und vermerkt den Heilungsverlauf eventueller Geburtsverletzungen (z.B. Dammriss)
Anti-D-Prophylaxe: Vorsorgliche Injektion von Anti-D-Immunglobulin bei einer Rhesus-negativen Schwangeren mit einem Rhesus-positivem Baby gleich nach dessen Geburt, um einer Rhesus-Unverträglichkeit bei einer weiteren Schwangerschaft vorzubeugen

Seite 16

Abschlussuntersuchung (6.-8. Woche nach der Geburt) Erklärung
Untersuchung nach Entbindung: Sechs bis acht Wochen nach der Entbindung findet eine weitere Kontrolluntersuchung beim niedergelassenen Frauenarzt statt

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