Der Mutterpass ist eigentlich ganz leicht zu verstehen - Sie brauchen nur einen Grundkurs Latein und ein abgeschlossenes Medizinstudium (kleiner Scherz).
Er ist klein, blau und voller Fremdwörter... Mal ehrlich, wer weiß wirklich, was die ganzen Fachausdrücke im Mutterpass bedeuten?
Hier eine kleine Zusammenfassung:

| Serologische Untersuchungen | Erklärung |
|---|---|
| Serologische Untersuchungen: | Das sind alle Blutuntersuchungen, inklusive Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (Rh) |
| Antikörpersuchtest: | Dieser Test klärt auf, ob im Blut der Mutter Antikörper gegen das Blut des Babys gebildet werden, wenn der Rhesusfaktor bei Mutter und Baby verschieden ist. |
| Röteln-HAH-Test: | Damit wird festgestellt, ob die Mutter schon eine Rötelnerkrankung hinter sich hat. Ein positiver "Titer" (das ist der Gehalt an Antikörpern) von z.B. 1 zu 16 heißt, dass die Frau sich keine Sorgen machen muss. Ihr Körper hat genügend Antikörper gebildet und ist vor einer Ansteckung geschützt. |
| HBs-Antigen-Test: | Fahndung nach Hepatitis-B-Viren im Blut der Mutter. |
| LSR: | Das bedeutet "Lues-Such-Reaktion" und ist die Untersuchung auf bakterielle Erreger der Syphilis im mütterlichen Blut. |
| Chlamydien-trachomatis- Antigen-Abstrich: | Aus dem Gebärmutterhals. |
| Vorangegangene Schwangerschaften | Die Angaben zu vorausgegangenen Schwangerschaften sind für den behandelnden Arzt sehr wichtig. |
|---|---|
| Spontangeburt: | Geburt ohne medizinische Eingriffe in den Geburtsablauf |
| Sectio: | Kaiserschnitt |
| Vag. Operation: | Hiermit sind vaginal operative Eingriffe wie die Saugglocke (Vakuum) oder die Zangengeburt (Forceps) gemeint |
| Abort: | Fehlgeburt |
| Abruptio: | Schwangerschaftsabbruch |
| Extrauterine Schwangerschaft (EU): | Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter, z.B. Bauchhöhlen-, Eileiterschwangerschaft |
| Besonderheiten/Behandlung/Befunde | Erklärung |
|---|---|
| Besonderheiten zu den Katalogen A und B: | Hier können Therapiemaßnahmen eingetragen werden, z.B. die Insulin-Dosis bei Zuckerkranken |
| Stationäre Behandlung während der Schwangerschaft: | Wichtig für den schnellen Überblick über stationäre Aufenthalte |
| Cardiotokographische Befunde: | Ab der 28. Schwangerschaftswoche wird alle 14 Tage, ab der 37. jede Woche ein CTG geschrieben. Dabei werden die Herzaktion des Kindes und die Aktivität der Gebärmutter aufgezeichnet |
| Anamnese und Vorsorgeuntersuchung | Erklärung |
|---|---|
| Gravida: | bezeichnet die Zahl der Schwangerschaften, wobei auch Fehlgeburten mitgezählt werden. Das Wort Para (parere=gebähren) gibt Auskunft darüber, wie viele Geburten insgesamt stattgefunden haben |
| Anamnese: | Krankheitsvorgeschichte |
| Terminbestimmung: | ist Grundlage für den Beginn des Mutterschutzes. Unter dem Konzeptionstermin versteht man den Tag der Empfängnis. Die Berechnung des Geburtstermins (ET=errechneter Termin) basiert auf dem ersten Tag der letzten Regel (LR) + 280 Tage = ET |
| Besondere Befunde: | bezieht sich auf Probleme, die während der Schwangerschaft auftreten können. Weitere Fremdwörter und Abkürzungen: Hypertonie bedeutet Bluthochdruck, Adipositas steht für Fettleibigkeit, post partum ist die Zeit nach der Geburt; ZNS: Gehirn; SS: Schwangerschaft; SSW: Schwangerschaftswoche |
| Gravidogramm | Erklärung |
|---|---|
| Gravidogramm: | grafische Darstellung des Schwangerschaftsverlaufs |
| Fundesstand: | gibt die obere Begrenzung der Gebärmutter an |
| Ödeme: | Wassereinlagerungen |
| Varikosis: | Krampfadern |
| RR systolisch/diastolisch: | oberer und unterer Blutdruckwert |
| Ultraschalluntersuchungen | Erklärung |
|---|---|
| Screening: | Ultraschall-Vorsorgeuntersuchungen |
| FS: | Fruchsackdurchmesser |
| SSL: | Länge des Kindes vom Scheitel bis zum Steiß |
| BPD: | Querdurchmesser des kindlichen Kopfes |
| FOD: | Längsdurchmesser des kindlichen Kopfes (von der Stirn bis zum Hinterkopf) |
| KU: | Kopfumfang |
| ATD: | Querdurchmesser des kindlichen Bauches von vorne nach hinten |
| AU: | kindlicher Bauchumfang |
| FL: | Länge des kindlichen Oberschenkelknochens |
| HL: | Länge des kindlichen Oberarmknochens |
| Ultraschall-Kontrolluntersuchungen und Wachstumsverlauf | Erklärung |
|---|---|
| Ultraschall-Kontrolluntersuchungen nach Anlage 1b: | bei Verdacht auf Fehlbildungen etc. sollten weitere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden |
| Die Normkurve: | für den fetalen Wachstumsverlauf beschreibt detailliert das Wachstum des Babys im Bauch |
| SSL: | Länge des Kindes vom Scheitel bis zum Steiß |
| BPD: | Querdurchmesser des kindlichen Kopfes |
| ATD: | Querdurchmesser des kindlichen Bauches |
| Weiterführende Ultraschalluntersuchungen | Erklärung |
|---|---|
| Weiterführende Ultraschalluntersuchungen: | wenn z.B. ein konkreter Verdacht auf eine Erkrankung und/oder Fehlbildung besteht |
| Dopplersonografische Untersuchung: | mit Ultraschall wird die Blutversorgung des Babys untersucht |
| Geburt: | SP: Spontangeburt, S: Snittentbindung (Kaiserschnitt), Vag.Op.: Zangen- oder Saugglockengeburt, SL: Schädellage, das heißt, der Kopf des Babys zeigt nach unten, BEL: Beckenendlage-auch Steißlage genannt, QL: Querlage-das Baby liegt quer, Apgar-Zahl: Gleich nach der Geburt wird der Zustand des Babys mit dem Agpar-Schema beurteilt, ph-Wert: gibt Auskunft über den Säuregrad des Bluts in der Nabelschnurarterie des Kindes |
| Abschlussuntersuchung/Epikrise (Beurteilung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett) | Erklärung |
|---|---|
| Wochenbett: | Bei der Abschlussuntersuchung vor der Entlassung aus der Klinik prüft der Arzt die Rückbildung der Gebärmutter und vermerkt den Heilungsverlauf eventueller Geburtsverletzungen (z.B. Dammriss) |
| Anti-D-Prophylaxe: | Vorsorgliche Injektion von Anti-D-Immunglobulin bei einer Rhesus-negativen Schwangeren mit einem Rhesus-positivem Baby gleich nach dessen Geburt, um einer Rhesus-Unverträglichkeit bei einer weiteren Schwangerschaft vorzubeugen |
| Abschlussuntersuchung (6.-8. Woche nach der Geburt) | Erklärung |
|---|---|
| Untersuchung nach Entbindung: | Sechs bis acht Wochen nach der Entbindung findet eine weitere Kontrolluntersuchung beim niedergelassenen Frauenarzt statt |
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