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Vorsorge oder Pränataldiagnostik?
Hauptsache gesund!

Sie bekommen bald ein Baby? Und nun? Neben all den Themen und Fragen, mit denen Sie sich jetzt sicherlich befassen, sind sich die Meisten darüber einig: Egal, ob Junge oder Mädchen, Hauptsache gesund! Wie kann ich aber sicher sein, dass mein Kind gesund auf die Welt kommt?

Während einer gesunden Schwangerschaft haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf mindestens 10 Vorsorgeuntersuchungen, die von den Krankenkassen übernommen werden - bei Bedarf auch auf mehr. Bis zur 32. Schwangerschaftswoche erfolgen die routinemässigen Vorsorgeuntersuchungen 4-wöchentlich, danach 14-tägig.   

Pränatal-Medizin - Hauptsache gesund!

Pränatal-Medizin

Einen gewissen Grad an Sicherheit bieten die verschiedenen Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik. Mit den neuen Untersuchungsmethoden können heute sehr früh Krankheiten, Infektionen, chromosomale Schäden und Fehlbildungen des Ungeborenen diagnostiziert werden. Sich über die Methoden der Untersuchungen auseinanderzusetzen hilft  mit den Ängsten und Bedenken umzugehen.

Die Ärztin oder der Arzt muss bei Vorliegen bestimmter Risiken auf die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik hinweisen, beispielsweise wenn die Schwangere bereits 35 Jahre oder älter ist. Pränatale Diagnostik gehört nicht zum Umfang der normalen Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen.

Es gibt verschiedene Verfahren der pränatalen Diagnostik, die unterschiedliche Ergebnisse liefern können.


ULTRASCHALL

Zusätzlich zu den drei Ultraschalluntersuchungen, die normalerweise während der Schwangerschaft durchgeführt werden, gibt es die Nackentransparenzmessung (NT-Screening). Dabei wird in der zwölften bis 14. Schwangerschaftswoche die Nackenfalte des Embryos gemessen bzw. die Wasseransammlung in der Nackenhöhle. Ist diese auffällig groß, kann das auf das Down-Syndrom, einen Herzfehler oder andere Fehlbildungen hinweisen.

AMNIOZENTESE

Die Fruchtwasseruntersuchung wird nicht von der Krankenkasse bezahlt, Sie birgt das Risiko, dass dabei Fruchtwasser austritt und die Frau bis zur Geburt strenge Bettruhe halten muss. Mit einer Nadel, die durch die Bauchdecke eingeführt wird, wird Fruchtwasser entnommen. Die Untersuchung wird in der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Dabei werden auch Zellproben des Fötus gewonnen, die auf Anomalien des zentralen Nervensystems, Infektionen, Erbkrankheiten oder auf Chromosomenstörungen untersucht werden.

CHORIONZOTTENBIOPSIE

Sie funktioniert wie die Amniozentese, nur wird bei der Punktion nicht Fruchtwasser entnommen, sondern Chorionzotten, das sind Zellen, die die Fruchhöhle begrenzen. Der Test kann schon in der zehnten Woche durchgeführt werden, wenn noch ein vaginaler Abbruch der Schwangerschaft möglich ist. Die Krankenkassen übernehmen meist die Kosten.

BLUTUNTERSUCHUNGEN

Der Triple-Test ist eine Möglichkeit, das Down-Syndrom oder den „offenen Rücken“ zu diagnostizieren. Zirka in der 16. Woche wird der Mutter Blut abgenommen, das im Labor untersucht wird. Allerdings bringt der Test nur sehr vage Ergebnisse. Er kostet um die € 50.

CORDOZENTESE

Die Blutentnahme aus der Nabelschnur (ab der 18. Schwangerschaftswoche) ist sinnvoll bei Verdacht auf Bluterkrankheit, Blutgruppenunverträglichkeit, Infektionen oder Stoffwechselerkrankungen.

FETOSKOPIE

Die Untersuchung ist sehr selten, da gefährlich. Ein Glasfaserstab mit Lichtquelle wird in den Uterus eingeführt. Dadurch können Fötus, Plazenta und Nabelschnur betrachtet werden. Medikamente verabreicht oder Operationen z.B. am offenen Rücken, durchgeführt werden.

 

Was bringen Zusatzleistungen?

Es gibt jede Menge Extras, die Gynäkologen während der Schwangerschaft anbieten. Die meisten davon haben nur einen Sinn: Sie bringen Geld in die Praxiskasse. Für drei Untersuchungen lohnt es sich allerdings, das Portemonaie aufzumachen:

ZUCKERBELASTUNGSTEST

Zu viel Zucker bzw. Insulin im Körper der Frau sorgt dafür, dass das Baby überdurchschnittlich groß und schwer wird. Das kann die Geburt sehr beschwerlich machen. Es kommt häufiger zu Frühgeburten; und oft zu Unterzuckerung des Neugeborenen kurz nach der Geburt. Der Test wird zwischen der 24. und 28.  Woche durchgeführt und kostet ca. 25 - 30 Euro.

TOXOPLASMOSETEST

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, während der Schwangerschaft an Toxoplasmose zu erkranken, sehr gering ist (eine bis sechs von 1000 Schwangeren - von denen wiederum max. ein Viertel die Infektion aufs Ungeborene überträgt), gibt es gute Gründe für einen Test: Eine Toxoplasmoseerkrankung während der Schwangerschaft kann zu schweren Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Bemerkt man die Erkrankung, kann sie mit Antibiotika behandelt werden.


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