Viele Eltern haben diesen Satz schon einmal gehört. Es geht um das leidige Thema Taschengeld. Kein Zweifel: Taschengeld ist wichtig. Der Hauptstreitpunkt in den meisten Familien ist jedoch die Höhe des Salärs. Dies ist aber eine höchst individuelle Angelegenheit. Die Höhe lässt sich nicht verallgemeinern. Sie hängt zum Beispiel vom Haushaltseinkommen der Eltern ab, davon, wofür das Geld verwendet wird. Wenn es nur für alltägliche Konsumartikel da ist, braucht die Summe nicht besonders hoch zu sein. Was andere Eltern ihren Kindern geben, darf kein Maßstab sein!
Wichtig ist, dass die Kinder ab einem gewissen Alter lernen, eigenverantwortlich mit ihrem Geld umzugehen und verstehen, dass Geld nicht ausschließlich zur unmittelbaren Wunschbefriedigung ausgegeben werden sollte. Auch wenn das Taschengeld zur freien Verfügung ausgehändigt wird, ist ein Gespräch über den Wert des Geldes und die vorangegangene Arbeit angebracht, wenn Eltern feststellen, dass ihr Kind das gesamte Taschengeld verprasst
Ganz gleich, wie viele Diskussionen Ihnen blühen, bleiben Sie ruhig und sachlich:
"Alle anderen... bekommen natürlich nicht mehr!"


| Alter | Betrag | Taschengeld-Strategie | Wichtige Rechte und Pflichten |
|---|---|---|---|
| Fünf | 2,50 Euro | Zur besseren Übersicht Geld wöchentlich auszahlen. Kleine Wünsche erfüllen, gleichzeitig fürs Sparbuch sparen. Wunschliste anlegen, damit das Kind auf ein Ziel sparen kann. | Fünfjährige sind noch nicht delikt- und geschäftsfähig. Für angerichtete Schäden können sie noch nicht verantwortlich gemacht werden. Für Einkäufe benötigen sie die Erlaubnis der Eltern. |
| Sieben | 8 Euro | Taschengeld zu einem festen Termin (Geburtstag) erhöhen. Mit dem Kind über Geld sprechen, auch die finanzielle Situation der Familie darlegen. So lernt das Kind, dass auf größere Anschaffungen gespart werden muss. Sparziel beibehalten, aber kleinere Anschaffungen ohne Kontrolle genehmigen. | Siebenjährige sind beschränkt deliktfähig, müssen also auf das Eigentum anderer achten. Da sie auch beschränkt geschäftsfähig sind, dürfen sie in gewissem Maß mit dem Taschengeld ohne Rückgaberecht der Eltern einkaufen (Paragraph 110 BGB) |
| Zehn | 15 Euro | Geld ab jetzt monatlich auszahlen. Über Ausgaben sprechen, wenn das Kind nicht haushalten kann. Extrazahlungen zu besonderen Anlässen. Größere Summen auf das Sparbuch. | Ab diesem Alter ist ein Kinderpass auf Reisen angebracht. |
| Dreizehn | 20 Euro | Wenn das Geld nicht reicht, Möglichkeiten kleinerer Nebenverdienste erkunden. Rechtzeitig über Verschwendungssucht reden. Kind sollte lernen, kleinere Summen ( bis 5 Euro) bei sich zu tragen, ohne sie sofort auszugeben. Zusätzliches Kleidergeld möglich. | Banken bieten teilweise schon 12jährigen Girokonten an. Aber: Bankgeschäfte sind nur mit Zustimmung der Eltern erlaubt. |
| Vierzehn | 25 Euro | Wünsche werden größer. Nicht bei jedem Engpass gleich einspringen. Besser: Erlebnisgeld für Kinobesuche als Belohnung extra zahlen. Trotzdem weiter zum Sparen anhalten. | Mit 14 dürfen Kinder in leichten, für sie geeigneten Arbeiten beschäftigt werden (Jugendarbeitsschutzgesetz). Möglich sind Babysitten, Austragen von Zeitungen, Nachhilfeunterricht, Arbeit in der Landwirtschaft u.a. bis zu zwei Stunden täglich. Spross darf bis 22 Uhr im Kino bleiben. Verantwortung wächst: Ab jetzt drohen für Delikte bereits Jugendstrafen. |
| Fünfzehn | 28 Euro | Kritisches Alter. Zu zusätzlichen Wünschen kommt der Drang, sich abzukapseln, und Zwang in der Clique. Deshalb über Anschaffungen reden. Kind moralisch stärken, wenn Markenklamotten zum Imageproblem werden. Job unterstützen, aber Schule muss Priorität haben. Offen darüber diskutieren. | Jetzt sind selbständige Ferienjobs bis zu zwei Monaten im Jahr erlaubt. Mofa fahren bis 25 km/h mit Prüfungsbescheinigung erlaubt. |
| Sechzehn | 35 Euro | Erstes selbst verdientes Geld. Jetzt zeigt sich, ob der Jugendliche mit Geld umgehen kann. Kino und Genuss ja, aber nicht bis zur Grenze der Verschwendung. | Führerscheine für Mopeds (Klasse 4, 5 1b) dürfen gemacht werden. Pass oder Personalausweis ist fällig. Spätvorstellungen im Kino und Diskobesuche bis Mitternacht bringen neue Freiheiten. |
| Achtzehn | Nach Absprache | Zuschüsse zum Lebensunterhalt, wenn der Jugendliche noch nicht selbst verdient, fair und nach familiären Möglichkeiten aushandeln. | Volljährigkeit. Früher abgeschlossene Verträge können nun genehmigt oder gekündigt werden. |
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