Ein Leben mit Kindern ist voller Überraschungen, Unwägbarkeiten und Unsicherheiten. Frei nach Karl Valentin sollten wir nicht zögern und uns gegenseitig befragen. Wir werden dabei entdecken, wie überraschend und vor allem wie wegweisend die Antworten ausfallen können.
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Orkan „Andrea“ rast auf Deutschland zu – diese Nachricht beschäftigt die Republik im Jänner 2012 ähnlich intensiv wie die Umfragewerte zu unserem Bundespräsidenten. Meine beiden Kleinen jedenfalls sind davon sogar mehr beschäftigt, bringen doch die auf ihr Kinderzimmerfenster aufschlagenden Boen uns alle um den Schlaf und die Kinder in Angst und Schrecken.
Meine beste Ehefrau von allen weilt noch bei einem externen Auftrag, derweil ich die Kleinen abends ins Bett bringe und im Anschluss im Halbstunden-Takt Trost spenden gehe. Seltsam, was für Träume eine Windboe bei kleinen Kindern so hervorbringt. Selbst das sonst beliebte Gummi-Skelett muss aus dem Zimmer, sonst geht kein Auge mehr zu.
Meine liebe Frau ist von ihrem Auftrag zurück, die Geisterstunde naht und ich muss dem Sturm jetzt tapfer entgegen ziehen, aufrecht in den Kampf nehme ich mein Bettzeug und lege mich zu den jetzt im fünf-Minuten-Takt weinenden Kleinen in das Hochbett. Wohlgemerkt, in das untere Bett zu meiner dreijährigen Tochter, bei 190cm Matratze zu zweit eine Herausforderung. Sie freut sich und ist endlich ruhig, auch in der oberen Etage hören die Schluchzer langsam auf. Mehrere Male versuche ich in der Nacht mit offenen Augen, eine Schulter-Bauch-Fuß-Position anders als in einem Käfig zu finden – aussichtslos. Ich verharre stundenlang im Halbschlaf.
Gegen Morgen weckt meine beste Ehefrau von allen und gute Mama uns drei, sie serviert sogar schmunzelnd gut ausgeruht einen Kaffee für mich, den ich leider wegen Verspannungen nicht halten kann. Das Alter …
Wenige Minuten später erlange ich eine Belohnung, die die Nacht vergessen macht. Meine Bettgefährtin weigert sich, von Mama angekleidet zu werden „Papa soll das machen“ und löst damit eine Eifersuchtsszene bei ihrem großen Bruder aus (der war doch damals genauso privilegiert, was will er denn?). Ich kleide an und werde stürmisch dankbar umarmt und heiß geküsst (warum macht das meine kleine Tochter und nicht meine beste Ehefrau von allen?).
Dies sind die Momente, in denen die Unterschiede in der Patchwork-Familie so deutlich werden. Meine großen Mädels habe ich auch von klein an getröstet, aber die Küsse bekam eben dann doch der Papa. Für mich fällt mal eine Radtour ab, ansonsten der Abrieb der Pubertät und dann vielleicht der Papa-Taxi-Dienst. Da nehme ich die Küsse jetzt doch doppelt gerne mit. Aber in das Bett möchte ich trotzdem nicht so schnell wieder müssen.
So, jetzt geh´ ich noch schnell zum Orthopäden J.
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