Allgemein /29. Juni 2018

Digitalisierung der Schulen

In Deutschland herrscht ein Fachkräftemangel bei mehr als 55.000 unbesetzen IT-Stellen – und das hauptsächlich im Mittelstand. Damit dieser bei der Digintalisierung der Wirtschaft zukünftig mithalten kann, benötigt es qualifiziertes Personal. Der Bundesverband des IT-Mittelstandes versucht zur Zeit in Zusammenarbeit mit der TH Brandenburg die Ausbildungsanerkennung für Fachinformatiker, die ein Studium der Wirschaftsinformatik anstreben, zu erreichen.

Wenn es allerdings nach dem IT-Mittelstand gehen würde, sollte der Hebel schon früher angesetzt werden, um die benötigten Technikspezialisten der nächsten Jahre zu gewinnen. Er appeliert an die Politik, das Fach „Digitalkunde“ einzuführen und so schon Grundschüler für die MINT Fächer (Naturwissenschaft, Technik und Mathe) vorzubereiten und zu begeistern.

Es wird wohl noch eine ganze Weile brauchen, bis sich die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft und den Experten zu einem radikalen Unmbau des Schulsystem geeignigt hat. Fachleute sind sich bezüglich der Richtung der bildungspolititschen Bestrebungen jedoch uneins.

Die Einen sind der Überzeugung, dass Schüler früh die Computersprache erlernen sollten, damit Smartphone und Co richtig und kreativ eingesetzt werden können und die Kinder nicht als digitale Analphabeten in die Welt hinausgeschickt werden. Sie sollten auf die tiefgreifenden Veränderungen unserer digital geprägten Arbeitswelt wie künstliche Intelligenz, 3-D-Druck, 5G, Blockchain und vieles mehr, vorbereitet werden.

Die anderen warnen dringend davor und sind der Meinung, dass Kinder ihre Welt mit allen Sinnenorganen erfahren und entdecken sollen und bei einem Dauereinsatz von Tablet u.s.w. den Blick für die reale Welt verlieren und regelrecht verdummen. Zwischen der extensiven Nutzung digitaler Medien und Sprachstörungen sowie motorischer Hymperaktivität besteht ein signifikanter Zusammenhang. Für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist jedoch eine solide emotionale und soziale Grundlage notwendig.

Wann und wie auch immer die Politik unsere jungen Menschen auf den Weg zum digitalen Klassenzimmer bringt und sie auf die veränderte Arbeitswelt vorbereitet, wird wohl eine Lehrergeneration brauchen. Das liegt zum einen an der schlechten Ausbildung der Lehrer als auch der rückständigen digitalen Ausstattung der Schulen.

Was können wir als Eltern tun? Auch wenn wir uns oft von der digitalen Revolution überrollt fühlen, sollten wir versuchen, den häuslichen digitalen Medienkonsum unserer Kinder fest im Blick haben und zugleich ein Vorbild sein.

Wie wärs ganz pragmatisch mit einem smartphonefreien Tag in der Woche? Es geht doch grundsätzlich darum, dass ich über das Gerät bestimme und das Gerät nicht über mich.