Special-Thema /28. Februar 2020

Special im März: Vegane Ernährung – Risiko für Säuglinge und Kleinkinder?

Anna war überrascht. Katja hatte ihr eine Nachricht auf Facebook hinterlassen? Die beiden waren in der Schulzeit eng befreundet, hatten sich jedoch später aus den Augen verloren. Anna lebte jetzt in einer anderen Stadt, war verheiratet und hatte Kinder, während Katja noch immer Single war. Sie lud Anna zu einem Klassentreffen ein und bot ihr an, bei ihr zu übernachten. Anna sagte zu, war sie doch neugierig was aus ihrer Schulfreundin geworden war.

Vegetarische Ernährung oder vegane?

Nach der Begrüßung setzten sich die beiden zusammen und unterhielten sich intensiv. Man hatte sich schließlich mehrere Jahre lang nicht gesehen. Schon in der Schule bevorzugte Katja eine vegetarische Ernährung. Inzwischen war sie sogar noch einen Schritt weiter gegangen und ernährte sich vegan. Diese Ernährung wird auch Veganismus genannt. Es handelt sich um eine Sonderform der vegetarischen Ernährung. Veganer verzichten vollständig auf tierische Nahrungsmittel und essen nur pflanzliche Kost. Anna hatte Bilder im Kopf: Pizza aus Blumenkohl, Thunfisch aus Erbsen, Veggi-Wurst….

Katja war davon begeistert und versuchte Anna davon zu überzeugen. Die war jedoch skeptisch, vor allem wenn sie an ihre beiden Kurzen dachte. Ist vegane Kinderernährung wirklich gesund. Kommt es da nicht zu Nährstoffmangel?

Was sagt die Statistik zum Thema vegane Ernährung?

Zunächst einmal ein paar statistische Zahlen zur Zahl der Veganer in Deutschland. Der Vegetarierbund Vebu schätzt, dass es hierzulande ca. 1,6 Millionen Veganer gibt. Laut de.statista.com bekannten sich 2019 knapp 1 Million Menschen zur veganen Ernährungsweise. Die Zahlen steigen langsam aber sicher an. Vegane Ernährung hat durchaus ihre Vorteile. Sie führt beispielsweise zu niedrigeren Werten von Blutzucker und Blutdruck. Das beugt Diabetes und die Bildung von Tumoren vor. Darüber hinaus leben Veganer in der Regel gesund. Sie trinken weniger Alkohol und bewegen sich viel an der frischen Luft.

Was sagen Experten zum Thema vegane Kinderernährung?

Die Auswirkungen sind bisher noch wenig erforscht. In einer Studie namens VeChi Study ( Vegetarian and Vegan Children Study), die in Deutschland an Kleinkindern mit vegetarischer, veganer und gemischter Ernährung durchgeführt wurde, zeigte sich, dass Kinder mit veganer Ernährung zwar ausreichend mit Eisen und Folsäure versorgt wurden, dafür aber von allen 3 Gruppen die niedrigste Kalziumzufuhr aufwiesen. Sie erreichten nur etwa die Hälfte der empfohlenen Menge. Das deutet darauf hin, dass bei einer veganen Ernährungsweise von Säuglingen und Kleinkindern eine latente Gefahr für Nährstoffmangel besteht. Neben der Zufuhr mit Kalzium könnte auch die Versorgung mit Jod und den Vitaminen B2 und B12 bei strikt veganer Ernährung problematisch werden.

Was sollte Anna tun?

Am besten ist es keine übereilten Schritte zu unternehmen. Es wäre auf keinen Fall ratsam, die Ernährung der Kurzen von heute auf morgen auf eine rein vegane Basis zu stellen. Stattdessen ist es ratsam, mit den Kleinen erst einen Kinderarzt aufzusuchen und eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. Der Arzt wird sie genau untersuchen und dabei ihre Blutwerte analysieren. Dadurch kann genau festgestellt werden, ob der Körper ausreichend mit Vitaminen, Spurenelementen und Nährstoffen versorgt ist oder ob ein Mangel an bestimmten Stoffen besteht. Anhand dieser Untersuchungsergebnisse kann der Arzt einen individuellen Ernährungsplan aufstellen, der exakt auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist.

Die Fakten sind einfach. Kinder befinden sich noch in der Entwicklung. Sie benötigen mehr Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und andere Substanzen um gesund und kräftig zu werden. Insbesondere Kalzium ist für das Wachstum der Knochen und Zähne unverzichtbar. Daher ist es besser, nicht mit der Gesundheit der Kleinen zu experimentieren. Vegane Ernährung mag ihre Vorzüge haben, Kinder sollten jedoch nicht ohne eine vorherige gründliche ärztliche Beratung darauf umgestellt werden.

Bei Säuglingen stellt sich diese Frage übrigens nicht. Für jeden Säugling ist Muttermilch die gesündeste und natürlichste Art der Ernährung, die durch nichts zu ersetzen ist. Wenn immer möglich sollten Säuglinge gestillt werden.

 

Gerade für Veganer heißt die Lösung daher: klug kombinieren und dabei lebenswichtige Bausteine für das gesunde Wachstum der Kids im Blick haben!