Midlife-Crisis

besteht keine eindeutige Abgrenzung einerseits zum natürlichen, gesunden Seelenleben und andererseits zu spezifischen psychischen Störungen des Erwachsenenalters.

Herkunft des Begriffs:

Der Begriff „Midlife-Crisis“ wurde erstmals 1974 von der amerikanischen Autorin Gail Sheehy in ihrem Buch „In der Mitte des Lebens“ geschaffen. In der alltäglichen Verwendung des Begriffs werden oft Klischees mit eingebracht, was einer scharfen Begriffsbestimmung bis heute im Wege steht (siehe auch Ursula Lehr, 1977, „Psychologie des Alterns“).

Symptome und Verlauf:

Da der Begriff nicht als psychische Krankheit definiert ist, ist die Bezeichnung „Symptome“ im eigentlichen Sinne hier nicht angemessen. Als Anzeichen der Midlife-Crisis werden sehr unterschiedliche Beschwerden benannt. Meist berichten die Betroffenen von Stimmungsschwankungen, Grübeleien, innerer Unsicherheit, Unzufriedenheit mit dem bisher Erreichten (beruflich, partnerschaftlich, familiär). Die Gefahr von Überschneidungen der Anzeichen einer Midlife-Crisis mit den Symptomen einer psychischen Erkrankung im eigentlichen Sinne ist dabei groß (s. u.). Sofern sich aus den Belastungen keine psychische Erkrankung entwickelt, gehen die meisten Menschen aus diesem Lebensabschnitt mit dem Gefühl gestärkter innerer Reife und bewussterer Lebenshaltung heraus.

Häufigkeit:

Wie viele Menschen in ihrer Lebensmitte in eine psychische Krise geraten, die sich als Midlife-Crisis beschreiben ließe, ist schlecht einzuschätzen. Aufgrund mangelnder standardisierter und allgemein anerkannter Kriterien und der schlechten klinischen Abgrenzung zu normalen und krankhaften psychischen Zuständen sind epidemiologische Angaben nicht sicher zu erheben. Da der Begriff häufig in Analogie und gewisser Abgrenzung zu den bei Frauen mit den biologischen Veränderungen in der Lebensmitte einhergehenden Wechseljahren verwendet wird, zielt die Alltagsverwendung der Bezeichnung stark auf das männliche Geschlecht ab.

Ursachen:

Dem Begriff der Midlife-Crisis liegt die Annahme zugrunde, dass die meisten Menschen ihr Dasein nach einem Lebensziel ausrichten. Bei aller individueller Unterschiedlichkeit werden die Chancen zur Verwirklichung des eigenen Lebensziels in der Lebensmitte häufig reflektiert, was zu Verstimmungen und Unsicherheiten auch hinsichtlich der eigenen Identität (Rolle in Familie, Beruf, Sozialleben etc.) im Sinne des Begriffs führen kann. Spezifischere Ursachen sind weder im biologischen noch im psychosozialen Bereich exakt definiert.

Anstelle dessen wird der zeitlichen Komponente eine eigene Wirksamkeit zugesprochen: In der „Mitte des Lebens“ treffen einerseits häufig belastende Lebensereignisse (eingeschränkte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Trennungs- und Verlusterfahrungen, s. u.) zusammen. Andererseits ist gerade im relativen Zeiterleben die Mitte des Lebens eine Zäsur: Während sich der junge Mensch seine verbleibende Lebenszeit als das mehrfache des bereits gelebten Lebens vorzustellen vermag, wird in der Lebensmitte die Vorstellung von der verbleibenden Zeit in der Relation zur bereits verlebten Zeit erheblich verkürzt. Im Rahmen dieses veränderten subjektiven Zeiterlebens werden (nicht immer bewusst) Bilanzierungen vorgenommen, die eine Grundlage für die kritische Reflexion des bisher Erreichten darstellen und sich bis hin zur Identitäts- und Sinnkrise entwickeln können.

Als mögliche Ursache einer Midlife-Crisis kann aber auch der nun deutlich wahrnehmbare körperliche Alterungsprozess in Frage kommen.

Psychische Entwicklungsphasen im Erwachsenenalter

Die Phasen der psychischen Entwicklung im Erwachsenenalter sind von wissenschaftlicher Seite bislang noch nicht so klar wie die im Kindes- und Jugendalter dargestellt worden. Erik H. Erikson hat als erster Psychoanalytiker den Versuch unternommen, die altersbezogenen inneren Konflikte über das Kindes- und Jugendalter hinaus auch für das Erwachsenenleben zu beschreiben. Dabei fasste er die Konfliktfelder „Intimität vs. Isolation“ im jungen Erwachsenenalter, „Zeugungsfähigkeit vs. Selbstabkapselung“ im mittleren Alter, sowie „Ich-Integrität vs. Verzweiflung“ im hohen Alter als zu bewältigende psychische Aufgaben des jeweiligen Lebensabschnitts zusammen.

Aus heutiger Sicht sind die psychischen Entwicklungsphasen im Erwachsenenalter jedoch bei aller Bemühung auch deshalb nicht so sicher voneinander abgrenzbar, wie dies bei der psychobiologischen Entwicklung des Kindes möglich ist, weil die Rhythmik weniger von eingegrenzteren biologischen als von offenen sozialpsychologischen Voraussetzungen abhängt und die Reifungsprozesse der erwachsenen Persönlichkeit eher kontinuierlich und individuell sehr unterschiedlich ablaufen. Häufiger Gegenstand in der Diskussion um den Begriff Midlife-Crisis sowie in der psychologischen Erforschung der Erwachsenenentwicklung sind auch Rollen- und Identitätswechsel des erwachsenen Menschen (nach Erreichen des Erwachsenenstatus ab ca. 20. Lebensjahr).

(Quelle: Wikipedia.org, 01.11.2014)

Liebe LeserInnen, warum kopiere ich Ihnen in MEIN Buch einen wissenschaftlichen Beitrag zum Thema „Midlife-Crisis“ aus einem Online-Lexikon?
Ganz einfach, bestimmt nicht um eine Seite mehr Buch verkaufen zu können. Sondern, da wir in unserem Sprachgebrauch immer so gerne mit Schlagwörtern um uns werfen, zu denen wir vielleicht nicht alle genau wissen, worum es sich wirklich handelt. Sie, liebe LeserInnen, wissen es jetzt zumindest. Oder wenigstens das, was Wikipedia Ihnen mitteilen wollte, oder das, was ich Ihnen herauskopiert habe. Ist aber auch egal, eigentlich geht es um die Geschichte, die ich gestern erlebt habe.

Am Freitag in der Frühe brachte ich unsere kleine Tochter zu Fuß zum Kindergarten, zum Einen, da es sehr gesund ist zu Fuß zu gehen, zum Zweiten, da wir uns dabei immer noch toll über Käfer, Blüten und Hundehaufen unterhalten können und zum Dritten, da der Tank fast leer ist und das Gehalt noch nicht auf dem Konto und damit ein Sparzwang besteht, also nur positive Attribute. Vor der KiTa treffe ich den Vater eines Kindergartenfreundes unseres Sohnemanns, schon immer ein Lebemann mit großem (gemieteten) Haus und schicken Autos, dieses Mal im Porsche 911 Carrera. Meine treuen LeserInnen wissen um meine Lust auf Porsche, ich möchte mich nicht wiederholen, und ich bin kein Neider, also rufe ich ihm zu „tolles Auto!“ …

Er nickt und sagt „Midlife-Crisis“ zu mir. Er meint wohl seine, denn meine hatte ich mit Mitte Dreissig und diese endete mit einer Scheidung, zum Glück ohne Kinder. Ich entgegne entsprechend mit „hatte ich auch schon, habe seitdem einen Familienwagen“.

Tja, liebe LeserInnen, die oben beschriebene Midlife-Crisis kann manche Blüte hervor bringen…