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© Fit for Fun/iStock.com
Glückswerkstatt /26. Februar 2021

Schritt für Schritt in ein glücklicheres Leben

Verzweifelt sind wir auf der Suche nach Glück. Wir vermuten es in der Ferne – dort, wo wir gerade nicht sind. Doch was ist eigentlich Glück? Wo finden wir es wirklich?

Zusammen mit der Glücks- und Beziehungsalchemistin, Larissa Wasserthal, starten wir heute mit der ersten Folge unserer neuen ‚Glückswerkstatt‘ Kolumne  ‚Schritt für Schritt in ein glücklicheres Leben‚. Larissa lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben, die dank (!) privater und beruflicher Krisen entstanden sind. Sie gibt Tipps und Impulse wie jeder von uns Glücklichsein lernen kann.

Alle reden darüber, wir zeigen wie Glück geht.

 

Manchmal trifft einen eine Krise härter als gedacht und wir sind überfordert, nervlich kurz vor einem Zusammenbruch, zumindest fühlt es sich so an. Genervt vom Partner im Wohnzimmer oder im Homeoffice, Homeschooling irgendwo mitten in der Küche und kaum Raum mehr nur für uns. Manchmal wollen wir einfach weg, nur wohin? Verantwortung, Familie, Eltern, Kunden…

Wie sollen wir das bloß überstehen? Drehen wir doch lieber das Ganze um und fragen uns, was ist in der Krise das Gute? Jeder von uns hat schon mal eine Krise erlebt und im Nachhinein wissen wir, dass wir genau in diesen schwierigen Zeiten wachsen können. Lass uns zusammen ein paar Ideen anschauen, mit denen wir unsere Ziele einfacher erreichen und ein glücklicheres Leben führen können.

Heutzutage ist das Streben nach Perfektion, nach einem schönen Körper, nach einer makellosen Haut, Bekanntheitsgrad in den sozialen Medien, eine perfekte Familie, Ansehen, Work-Life Balance und selbstverständlich eine vorzeigbare Karriere etwas, was viele ausmacht. Nun irgendwie sind gar nicht so viele Menschen wirklich glücklich, nicht wahr? Woran liegt dies? Glücklichsein definiert jeder von uns, genau so wie alles andere, sehr individuell, wobei der Weg, sein eigenes Glück zu erreichen, viele Ähnlichkeiten hat.

Auch wenn es etwas seltsam klingen mag, ich persönlich finde, dass es unser größtes Glück ist, erst zu wissen, was genau uns unglücklich macht. Denn der Schlüssel zum Glücklichsein liegt darin, die Quelle zum Unglücklichsein zu kennen*. Unsere Wahrnehmung spielt dabei eine sehr große Rolle. Machen wir zusammen ein kleines Experiment? Nimm ein weißes Blatt und male irgendwo in der Mitte einen kleinen schwarzen Punkt. Was siehst du? Nimm dir Zeit…

Du siehst einen schwarzen Punkt, nicht wahr?

Die folgenden Impulse helfen dir, die Aufmerksamkeit neu zu fokussieren

 

  • Mach dir Gedanken über deine Gedanken und schaffe Klarheit
    Wem oder was schenkst du deine Aufmerksamkeit und warum beschäftigt dich das so sehr? Wozu sind deine negativen Gedanken gut?
  • Bewertungen sind nicht unbedingt schlecht
    Mein Buch „Denk dich unglücklich“ soll dabei helfen, die negativen, limitierten Gedanken bei sich selbst zu erkennen. Ich empfehle, sich eine Skala von 1 bis 10 festzulegen und bei jeder Strategie das eigene Verhalten, die eigenen Gedanken zu „bewerten“. Das heißt, wie sehr das angesprochene Verhalten zutrifft. Dies hilft uns, unsere eigenen Baustellen sichtbar(er) zu machen oder überhaupt erst zu erkennen.
  • Nicht mehr vergleichen, es sei denn…
    Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen und sei zufrieden mit dem, was du bist oder was du hast. Das steht in vielen Büchern und klingt deutlich einfacher als es ist, da die meisten von uns bereits in der Kindheit lernten, sich zu vergleichen – mit anderen Kindern oder den Geschwistern. Diese Angewohnheit ist in den Gedanken fest verankert, und bleibt als Tendenz bis ins Erwachsenenalter bestehen. Dabei ist dieses Verhalten ein sicherer Weg des Unglücklichseins. Achtung! Wenn du sich doch unbedingt vergleichen möchtest, dann bitte nicht (!) mehr mit anderen, sondern wenn dann ausschließlich mit dir selbst.
  • Sei nicht zu hart zu dir selbst
    Dies hat Andreas Bourani mit seinem Lied bereits vor Jahren uns mit auf den Weg gegeben. Beim Vergleich mit sich selbst ist es wichtig, Ziele oder Vorhaben, die nicht (!) erreicht wurden, nicht direkt hart zu sanktionieren. In dem Moment, wenn wir erkannt haben, dass wir sie noch (!) nicht erreicht haben, brauchen wir harte Kritik am wenigsten. Besser: Die Situation erstmal so zu akzeptieren und zu überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, was wir ändern können. In anderen Worten, den Fokus von der Vergangenheit, an der wir so wie so nichts mehr verändern können, auf das Jetzt zu legen und aktiv zu werden.
  • Glücklichsein nicht in die Zukunft verschieben
    Anstatt dessen SMARTe Ziele setzen und sich auch unbedingt über kleine Zwischenziele freuen. Viele tendieren dazu, das Glücklichsein in die Zukunft zu verschieben: „Wenn ich erst einen neuen Job, Partner, etc. habe, dann…“. Diese Strategie macht uns nur unglücklich im Jetzt und ist nicht zielführend. Jeder kennt das, haben wir das Ziel erreicht und können eigentlich endlich mal glücklich sein, aber STOP! Wie aus heiterem Himmel kommen die Gedanken, dass wir doch das Ziel schneller, besser, effizienter, etc. erreichen könnten. Der modische Drang der Selbstoptimierung in Kombination mit dem Vergleichen mit anderen, ist ein Fass ohne Boden. Denn auch wenn wir das Ziel erreicht haben, ist man nicht unbedingt zufriedener, denn (!) man wäre stattdessen gern noch glücklicher, wohlhabender, geliebter, dünner usw. wie jemand anders, den wir kennen. Ist dem nicht so?
  • Vergiss Multitasking
    Konzentriere dich lieber auf eine Sache! Als Wunderwaffe besonders in sehr kritischen Situationen sehe ich „Dankbarkeit“, denn wir können nicht gleichzeitig unglücklich, traurig, wütend, etc. und (!) dankbar sein. Probiere es aus.
  • Sprich anders mit dir selbst
    Streiche Phrasen wie „Ich versuche „oder „Ich muss“, „eigentlich“, „aber“, etc. aus deinem Wortschatz und ersetze sie durch aktive und positive Bekenntnisse wie „Ich werde“ oder „Ich mache“. Viele Worte kaschieren nur unsere Unfähigkeit, diszipliniert an wichtigen Aufgaben, Zielen zu arbeiten oder wir setzen uns selbst enorm unter Druck mit dem ständigen „müssen“ im Gepäck. Das ist so, als wenn wir ein Auto mit angezogener Handbremse fahren würden, und uns wundern weshalb wie nur langsam vorwärtskommen.
  • Fange immer bei dir selbst an
    Lebe das, was du in anderen versuchst zu reparieren vor, denn wir können die Welt verändern, in dem wir bei uns selbst anfangen.

 

 

Quelle: Denk dich unglücklich: Strategien, die du schon anwendest von Larissa Wasserthal

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