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© Stanislav Mikuslki/adobe
Familienleben /2. Oktober 2024

Wie stärke ich das Körpergefühl und die Wahrnehmung meines Kindes positiv?

Meine zehnjährige Tochter hält sich für zu dick. Ich bin entsetzt: Fängt das schon so früh an? Ich sehe sie vor dem Spiegel stehen und höre ich zum ersten Mal diese Worte: „Mama, in dem Pullover sehe ich so dick aus.“
Soll ich versuchen, den Fokus vom Aussehen abzulenken und ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, wie großartig ihr Körper ist, weil er so viele Dinge kann? Oder sollte ich eher neutral nachfragen: „Beschäftigt dich das? Woher kommt dieser Gedanke?“

 

Unsere Kinder sind überall mit der Botschaft konfrontiert, dass Dicksein schlecht ist – in Kinderbüchern, in der Werbung und auch zu Hause. Laut Umfragen sind 44 % der befragten Jungen und 65 % der Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren unzufrieden mit ihrem Körper. Täglich werden wir darauf hingewiesen, dass wir nicht perfekt sind – zu dick, zu dünn, zu mittelmäßig. Diese unrealistischen Anforderungen überfordern sogar Erwachsene – wie sollen Kinder und Jugendliche damit zurechtkommen?

Wir Eltern beeinflussen früh, wie ein Kind seinen Körper wahrnimmt – durch ihr Verhalten gegenüber sich selbst und anderen. Der beste Schutz, den wir unseren Kindern bieten können, ist Prävention. Wir können sie nicht von der Werbe- und Modewelt abschirmen, aber wir können ihr Körpergefühl stärken, damit sie den unmöglichen Erwartungen von TV & Co. standhalten. Hier sind 10 Tipps, wie du deinem Kind ein positives Körpergefühl vermitteln kannst:

Das Kind gezielt unterstützen

Ein Kind braucht vor allem die Liebe und Unterstützung der Eltern, um sich wohlzufühlen. Kinder, die sich unterstützt fühlen, entwickeln eher Selbstvertrauen, was wiederum zu einem positiven Körpergefühl führt. Sollte es doch einmal zu Zweifeln kommen, helfen Verständnis und Ermutigung, diese zu überwinden. Auch die Förderung von Sport und Aktivitäten kann hilfreich sein, da verschiedene Sportarten die körperliche Wahrnehmung stärken. Dabei sollte das Leistungsdenken nicht den positiven Effekt der Körperwahrnehmung überdecken. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung trägt ebenfalls zu mehr Wohlbefinden bei.

Als Eltern ein gutes Beispiel geben

Wer sich und seinen Körper ständig selbst kritisiert, vermittelt kein gesundes Körpergefühl. Natürlich gibt es Tage, an denen die Haare nicht gut liegen oder die Figur nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Trotzdem sollten Aussagen wie „Ich bin so fett geworden“ vermieden werden. Stattdessen kann man sagen: „Heute fühle ich mich nicht wohl in meinem Körper.“ Dies beschreibt präziser, was gemeint ist, da oft die subjektive Wahrnehmung das Problem ist und nicht der Körper selbst.

Bei anderen Menschen sollte man ihre Handlungen und nicht ihr Aussehen bewerten. Dies kann eine konkrete Tat, eine aufrichtige Haltung oder eine mutige Entscheidung sein. Tiefgründigkeit ist immer besser als Oberflächlichkeit. Eine Erziehung, die die inneren Werte und Gefühle betont, fördert einen guten Umgang mit anderen Menschen, indem Mitgefühl und Empathie gestärkt werden.

Unterschiedliche Körperformen sollten niemals abgewertet werden. Alle Menschen sehen verschieden aus und haben unterschiedliche Körperformen. Wenn man über eine Körperform spricht, sollte dies stets positiv und respektvoll geschehen, unabhängig davon, ob es um das Gewicht, die Größe oder andere körperliche Merkmale geht.

Die Wirkung der sozialen Medien

Eine der größten Herausforderungen in der heutigen Erziehung sind die sozialen Medien, die Kindern eine Scheinwelt präsentieren. Auf YouTube werden Ernährungstipps gegeben, auf Instagram zeigen Influencer perfekte Körper, und auf Facebook werden oft gehässige Kommentare gepostet. Eltern können hier nur begrenzt Einfluss nehmen. Es ist jedoch wichtig, mit den Kindern darüber zu sprechen, dass die Social Media-Welt nicht real ist, dass Fotos bearbeitet werden können und dass niemand hässlich ist, nur weil jemand dies auf Facebook behauptet.

Um zu betonen, wie unwichtig das Aussehen ist, kann man auf Menschen hinweisen, deren äußeres Erscheinungsbild keine Rolle dabei spielte, als sie Weltbewegendes leisteten. Beispiele sind Stephen Hawking, Rosa Parks, Albert Einstein, Mutter Teresa oder Queen Elizabeth I. Um Bodyshaming zu bekämpfen, ist es wichtig, nicht nur das eigene Kind zu sensibilisieren, sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreis sowie bei Elternabenden in der Schule darauf aufmerksam zu machen.

 

In der Teenager- oder Pubertätszeit immun gegen äußere Einflüsse zu sein, ist meiner Meinung nach eine Illusion. Der Druck von außen und durch Gleichaltrige ist einfach zu groß, um ihn zu unterschätzen. Trotzdem bleibt das Fundament, das wir gelegt haben, bestehen. Es mag vielleicht ein wenig erschüttert werden, aber es bleibt erhalten.

 

Fazit:

Manchmal ist es schwer, sich in seinem Körper wohlzufühlen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Schönheitsideale sich im Laufe der Zeit ändern. Früher, um 1600, wurden Menschen mit runden Hüften und einem runden Po als besonders schön angesehen und in vielen Kunstwerken verewigt. Das zeigt, dass es kein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ in Bezug auf Schönheit gibt. Was wirklich zählt, ist, im Einklang mit seinem Körper zu sein und sich mit Selbstbewusstsein durch die Welt zu bewegen. Das ist ein großes Geschenk, das uns hilft, glücklich und gesund zu leben.

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