


„Ist mein Kind wirklich bereit für die Schule?“ Diese Frage hat mich im letzten Kita-Jahr oft begleitet. Kann es sich konzentrieren, zuhören, mit anderen Kindern umgehen, erste Zahlen verstehen und sprachlich gut mitkommen? Viele Eltern kennen diese Gedanken. Genau deshalb wollen Familien- und Bildungsministerien den Übergang von der Kita in die Grundschule jetzt gezielt verbessern.
Hintergrund sind schwächere Ergebnisse in aktuellen Bildungsstudien. Immer deutlicher wird: Entscheidend für einen erfolgreichen Schulstart ist nicht erst die erste Klasse, sondern die Förderung in den Jahren davor. Frühkindliche Bildung rückt deshalb stärker in den Mittelpunkt.
Künftig sollen Kitas, Grundschulen und Familien enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, Kinder frühzeitig zu begleiten, ihren Entwicklungsstand besser einzuschätzen und dort zu unterstützen, wo noch Förderbedarf besteht. Grundlage ist eine enge Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern, pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften.
Dafür spielen Beobachtungen aus dem Kita-Alltag eine wichtige Rolle. Erzieherinnen und Erzieher können oft früh erkennen, wenn Kinder zum Beispiel sprachliche Schwierigkeiten haben, sich schwer konzentrieren oder im sozialen Miteinander Unterstützung brauchen. Diese Erkenntnisse sollen – mit Zustimmung der Eltern – künftig besser an die Schulen weitergegeben werden, damit Förderung nicht erst nach Schulbeginn startet.
Im Fokus stehen drei zentrale Kompetenzbereiche. Erstens die soziale und emotionale Entwicklung: Selbstvertrauen, Umgang mit Gefühlen, Empathie, Konfliktfähigkeit, Offenheit für Neues und die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen. Zweitens die sprachliche Bildung – also Wortschatz, Sprachverständnis, Ausdrucksfähigkeit sowie später Lesen und Schreiben. Drittens ein erstes mathematisches Grundverständnis, etwa Zahlengefühl, Mengen erkennen, Größen vergleichen oder einfache Muster verstehen.
Gerade Sprache gilt als Schlüssel für fast alle weiteren Lernbereiche. Deshalb sollen Kinder mit Förderbedarf möglichst früh erkannt und unterstützt werden. Auch Kinder, die keine Kita besuchen, sollen vor der Einschulung besser erreicht werden.
Für Eltern bedeutet das vor allem: Der Alltag ist die beste Vorbereitung auf die Schule. Gemeinsames Vorlesen, Gespräche beim Essen, Reime und Lieder, Zählen beim Einkaufen, Brettspiele, Basteln, kleine Aufgaben übernehmen oder Gefühle benennen – all das stärkt Kinder nachhaltig.
Ein gelungener Schulstart beginnt also nicht erst mit dem ersten Schultag. Er wächst Schritt für Schritt – in der Familie, in der Kita und durch eine gute Zusammenarbeit aller, die Kinder auf ihrem Weg begleiten
Das Taunus Familienportal
Eva Tiedke-Trimborn
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