
Gemeinsam gesund werden: Was Familien über Reha-Maßnahmen wissen sollten
Als meine Frau nach seiner Operation in die Reha kam, drehte sich plötzlich alles um Termine, Anträge und die Frage: Wie geht es danach weiter? Erst da wurde mir bewusst, dass eine Rehabilitation nie nur den Patienten betrifft – sondern die ganze Familie.
Das gesamte Gefüge im Alltag gerät schnell aus dem Gleichgewicht, wenn ein Elternteil nach einer schweren Erkrankung oder einer OP nicht mehr in der Lage ist, den Alltag zu bewältigen. Eine Reha betrifft jedoch selten nur die betroffene Person allein. Besonders wenn Kinder im Haushalt leben, müssen im Vorfeld viele organisatorische Fragen geklärt werden.
Die Rückkehr in die Bewegung und den Alltag
Für Väter und Mütter ist es besonders wichtig, im Rahmen der Reha schnell wieder mobil zu werden, um den Anforderungen mit den Kindern im Alltag gerecht zu werden. Neben den therapeutischen Übungen spielen Hilfsmittel ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Oft ist nach einer orthopädischen oder neurologischen Maßnahme die Gangsicherheit noch eingeschränkt. Hier bieten moderne Hilfsmittel eine verlässliche Unterstützung. Speziell für gemeinsame Ausflüge in den Park oder den Wald können beispielsweise Outdoor Rollatoren die nötige Sicherheit und Stabilität schenken.
Die verschiedenen Formen der Familienrehabilitation
Bei einer Reha eines Elternteils besteht oft die Möglichkeit, die eigenen Kinder als Begleitpersonen mitzunehmen, wenn die Betreuung zu Hause nicht gewährleistet werden kann. Hier wird der Nachwuchs tagsüber in der ausgewählten Einrichtung betreut, während der Elternteil seine Therapien wahrnimmt.
Zum anderen gibt es die spezifische Kinderrehabilitation. Hier ist das Kind der Patient, weil beispielsweise chronische Erkrankungen der Atemwege, Hautprobleme oder psychosomatische Beschwerden vorliegen. Bei kleineren Kindern ist die Anwesenheit einer vertrauten Bezugsperson meist medizinisch notwendig und wird von den Kostenträgern entsprechend übernommen.
Organisation der Betreuung bei einer Maßnahme für Eltern
Muss ein Elternteil, der die Kinderbetreuung alleine oder zum Großteil leistet, alleine eine Reha antreten, stellt sich oft die Frage nach der Versorgung der Kinder zu Hause. Für diesen konkreten Fall gibt es klare gesetzliche Regelungen zur Haushaltshilfe.
Lebt im Haushalt ein Kind, welches das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen ist, kann bei der gesetzlichen Krankenkasse oder der Rentenversicherung ein offizieller Antrag auf eine Haushaltshilfe gestellt werden. Diese Person übernimmt dann die Betreuung der Kinder und die Weiterführung des Haushalts für die gesamte Dauer der Abwesenheit. Dies ermöglicht es dem erkrankten Elternteil, sich ganz ohne Sorgen auf die eigene Genesung zu konzentrieren..
Die richtige Nachsorge nach der Rehabilitation eines Elternteils
Der nachhaltige Erfolg einer medizinischen Maßnahme entscheidet sich meist in den Wochen und Monaten nach der Entlassung. Hierzu bieten die zuständigen Rentenversicherungsträger verschiedene Programme zur Nachsorge an.
Bekannte Angebote sind zum Beispiel die intensivierte Rehabilitationsnachsorge oder spezielle therapeutische Nachsorgeprogramme mit dem Schwerpunkt auf Bewegung. Diese Programme finden ambulant und meist berufsbegleitend statt, sodass sie sich gut in den normalen Familienalltag integrieren lassen. Die Betroffenen führen dabei meist ein- bis zweimal pro Woche am eigenen Wohnort unter therapeutischer Anleitung Übungen fort.
Nachsorgekonzepte nach der Rehabilitation eines Kindes
Im Anschluss an eine Reha konzentriert sich die Nachsorge bei Kindern stark darauf, das gelernte Verhalten in die Schule, den Kindergarten und die Freizeit zu übertragen. Oft arbeiten die Kliniken eng mit den Kinderärzten am Wohnort zusammen, die dann ambulante Rezepte für Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie ausstellen können. Bei der Deutschen Rentenversicherung findet man als Elternteil auch eine deutschlandweite Übersicht zu Nachsorgeangeboten für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Bereichen.
Schulungen für die Eltern spielen hier eine große Rolle. Mütter und Väter lernen in diesen Programmen auch, wie sie ihr Kind bei chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Neurodermitis im Alltag optimal unterstützen können. Auch die schrittweise Wiedereingliederung in den Schulalltag wird in enger Absprache mit den Lehrkräften gestaltet, um psychische und physische Überforderungen des Kindes weitgehend zu vermeiden.
Wege zur Antragstellung und Kostenübernahme für Familien
Der Weg zu einer Rehabilitation führt in der Regel über den behandelnden Hausarzt oder den jeweiligen Kinderarzt. Dieser füllt die erforderlichen Formulare gemeinsam mit den Patienten aus. Je nach Lebenssituation sind entweder die gesetzliche Krankenversicherung oder die Deutsche Rentenversicherung für die Übernahme der Kosten zuständig. Für Erwerbstätige ist meist die Rentenversicherung der richtige Ansprechpartner, da die Maßnahme primär dem Erhalt der Erwerbsfähigkeit dient. Wichtig ist es, den Antrag frühzeitig und sehr sorgfältig auszufüllen, damit Verzögerungen vermieden werden.
Im Fall einer Ablehnung haben Familien das Recht, innerhalb eines Monats schriftlichen Widerspruch einzulegen. Viele Beratungsstellen von Wohlfahrtsverbänden bieten kostenfreie Unterstützung bei diesem gesamten Prozess an, um Familien den Weg zu der benötigten Hilfe zu ebnen.









