Familienleben /1. Juli 2020

Ab nach draußen – Ein Sommer im Taunus

Erlebnisreiche Natur- und Kulturlandschaft (fast) vor der Haustür

Vater und Mutter arbeiten seit Monaten im Home Office, die Schule für die Kinder findet nur online statt, der lang geplante Sommerurlaub im Ausland ist wegen mangelnder Flugverbindungen schon länger storniert – die Stimmung im Hause der Familie Schneider aus B. ist nicht gerade die beste. Hinzu kommt, dass viele soziale Kontakte und sonst alltägliche Freizeitbeschäftigungen auch nicht oder nur in beschränktem Maße möglich sind. Und ein Besuch der Großeltern war für die Enkel ebenfalls tabu. Das ganz normale Leben wurde durch die Corona-Pandemie nahezu von einem Tag auf den anderen völlig auf den Kopf gestellt.

Clara, zwölf Jahre alt, und ihr zehnjähriger Bruder Sebastian, haben ihre Eltern aber so lange angebettelt und angefleht, im Sommer etwas zu unternehmen, dass diese schließlich „Ja“ gesagt haben. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die Familie dadurch nicht gegen die Corona-Einschränkungen und -Vorsichtsmaßnahmen verstößt.

Clara ist ein pfiffiges Mädchen mit vielen Interessen. Nach dem Jawort der Eltern hat sie sich sofort ihr Tablet geschnappt und ist mit Sebastian auf die Suche Im Internet gegangen. Das Ziel sollte eine Urlaubsregion in Deutschland sein und möglichst viel Abwechslung für Eltern UND Kinder bieten. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: Der Taunus sollte es sein. Jedenfalls waren sich Clara und Sebastian sehr schnell darüber einig und legten sich gewichtige Argumente für eine Diskussion mit Mama und Papa zurecht.

 

Der Taunus ist ein Naturspielplatz um die Ecke

… fing Clara beim Abendbrot an. Es gibt unglaublich viel Wald dort, und als Mittelgebirge mit mildem subozeanischen Klima bietet die Region eine fantastische Vielfalt an Landschaften und malerischen Orten, die wir beim Klettern, Wandern oder Radfahren erkunden können. Im Grunde ist der Taunus ein riesiger Naturspielplatz mit über 1.200 Kilometern Wanderwegen, und zahlreichen, herrlichen Aussichtspunkten. Der Forschungsreisende Alexander von Humboldt – und der dürfte ja wohl ein Begriff sein – hat einmal gesagt, der Taunus sei das schönste Mittelgebirge der Welt. In diesem Moment staunten Mama und Papa Schneider nicht schlecht, das konnte man ihren Gesichtern deutlich ablesen. Wie gesagt, Clara ist ein pfiffiges Mädchen.

 

Freizeitspaß im Taunus …

… ist super abwechslungsreich. Jetzt war Sebastian an der Reihe. Hochseilgärten und Kletterparks, Spaßbäder und idyllische Waldseen, Paddelmöglichkeiten auf der Lahn sorgen für eine Portion Adrenalin, die Jungs wie ich nun mal ab und zu brauchen. Für ruhigere Tage ist der Wald ein einziger Naturspielplatz. Da kann man Hütten bauen, die Tierwelt beobachten, barfußlaufen, auf Baumstämme steigen und echt aktiv entspannen.

 

Und was ist mit Kultur im Taunus …

… warf Mama jetzt ein. Sport und Bewegung finde ich ja ziemlich gut, aber ich möchte auf was für meinen Kopf und meine Bildung tun. Vor allem, wenn ich in eine Gegend fahre, die ich vorher noch nie besucht habe.

Clara ließ ein kurzes, verschmitztes Lächeln zu ihrem Bruder hinüberblitzen. Also, da gibt es zum Beispiel den Limeserlebnispfad. Kennst du den Limes, Mama? Das ist ein Wall, den die alten Römer zum Schutz vor den wilden Germanen gebaut haben. Dort kannst du viel Spannendes über die Geschichte der Römer im Taunus erfahren – und zwar gut verständlich aufbereitet. Oder die vielen alten Burgruinen und Befestigungsanlagen besichtigen, die zu den schönsten im Rhein-Main-Gebiet gehören. Sebastian und ich werden uns dabei sicher nicht langweilen. Ja, warf Sebastian ein, und Papa wird mit seinem Interesse an der Architektur auch nicht zu kurz kommen bei den vielen Burgen und Schlössern. Und wenn wir wissen wollen, wie das das Landleben im letzten Jahrhundert wohl war, dann machen wir einen Abstecher in das  Freilichtmuseum Hessenpark. Da ist für jeden was dabei.

Papa Schneider war die ganze Zeit merkwürdig ruhig geblieben. Seine Mimik und seine faltenfreie Stirn zeigten jedoch, dass er sehr angetan und im Grunde längst überzeugt war. Es kommt ja darauf an, dass man aktiv wird, ob beim Klettern, im Kanu, auf dem Fahrrad oder beim Wandern. Es kommt darauf an, vor der Haustür ohne weite Anreisen Mini-Urlaube zu verbringen.

Sebastian fragte ihn schließlich, was er denn zu dem Plan meine. Ich habe eigentlich nur eine Frage, sagte Papa: Wer fährt?

Duuuu! war die einstimmige Antwort aus drei lachenden Mündern und Kehlen.

 

Also…

wenn Clara und Sebastian Sie noch nicht überzeugt haben … dann schauen Sie sich doch selbst einmal online oder in einschlägiger Reiseliteratur um. Wir können hier nicht alle Highlights im T. vorstellen. Aber Sie werden staunen, was es alles zu entdecken gibt.