Gut zu Wissen /16. September 2019

Gelderziehung bei Kindern

Ohne Moos nix los

 

Auch die Allerkleinsten lernen relativ schnell, dass Geld heutzutage der Dreh- und Angelpunkt ist. Sich diesem Druck zu entziehen, ist fast nicht möglich. Wer leben will, muss arbeiten und sein Geld verdienen. Wer ein etwas besseres Leben haben will, muss wissen, wie man mit Geld umgeht, was die wichtigsten Regeln rund ums Geld sind und was richtig und falsch ist.

 

Taschengeld ab der Grundschule

 

Sobald die Kinder ein Gefühl für Zahlen entwickeln und rechnen können, gehört das Taschengeld als erster wichtiger Baustein für die Finanzierungskompetenz der Sprösslinge dazu. Manche Fachleute raten sogar schon im Vorschulalter dazu. Über die Höhe und die Auszahlungsweise des Taschengeldes gibt es Empfehlungen, die aber individuell auf die Einkommensverhältnisse jeder einzelnen Familie zugeschnitten werden müssen. Ebenso ist die Höhe davon abhängig, welche Ausgaben damit gedeckt werden sollen.

Gerne kombiniert man das Taschengeld mit einem Sparbuch, so dass die Kinder lernen, dass Sparen auch Zinsen bringt. Leider gibt es aktuell nur noch sehr wenige Banken, die für die Jüngsten Kunden die Sparbücher verzinst.

 

Taschengeldkonto mit Debit-Karte ab weiterführender Schule

 

Zu Anfang lernen die Kids die Bedeutung von Geld klassisch über Münzen und Scheine – also über Bargeld. Sind die Kinder auf einer weiterführenden Schule und haben einmal verstanden, was es bedeutet, über ein bestimmtes Budget zu verfügen, kann dieses auch bargeldlos auf einem speziellen Taschengeldkonto oder Kinder- bzw. Jugendkonto vom Kind selbst verwaltetet werden. Auf diesem Taschengeldkonto kann Geld gespart werden, eingezahlt und abgehoben werden. Eine Überziehung bzw. Verschuldung hingegen ist nicht möglich, da Zahlungen nur aus dem Guthaben erfolgen. Wie bei jedem anderen Girokonto kann auch von einem Taschengeldkonto Geld mit einer Debit-Karte (früher EC-Karte) abgehoben werden. Diese zum Konto gehörende Girokarte bieten zahlreiche Banken kostenlos an. Gerade bei einem Taschengeldkonto ist wichtig, dass mit der Girokarte an vielen Geldautomaten problemlos gebührenfrei Bargeld bezogen werden kann. Achten Sie deshalb bei der Entscheidung für eine Bank darauf,  dass sich ein entsprechender Geldautomat in der Nähe des Wohnortes sowie in Schulnähe befindet.

Später dann, wenn der Nachwuchs auch trotz virtueller Zahlungen den Überblick behält, kann sich für ältere Jugendliche in manchen Fällen eine kostenlose Kreditkarte anbieten. Nützlich ist dies, wenn Kinder auf Klassenfahrt gehen und vor Ort, vor allem im Ausland, Geld kostenlos abheben wollen. Eine Kreditkarte mit echtem Kreditrahmen sollten Kinder und Jugendliche in keinem Fall erhalten. Die Kreditkartentypen Prepaid-Kreditkarte oder Debitkarte schützen zuverlässig vor einer Verschuldung. Es kann nur so viel ausgegeben werden, wie auf gebucht wurde. Das Konto zu überziehen, ist nicht möglich. Schließen Jugendliche größere Geschäfte ab, sind diese schwebend unwirksam und später revidierbar von den Eltern.

Der richtige Zeitpunkt für die Eröffnung eines Kinder Girokontos oder die Kreditkarte ist individuell abhängig von der Entwicklung des Kindes und kann nicht pauschal festgemacht werden.

 

Eltern sind das Vorbild

 

Manche Menschen kommen gut mit ihrem Geld aus, andere haben ständig Schulden und landen bei Peter Zwegat im Fernsehen…
Das Thema Geld und private Finanzen wird bei der schulischen Bildung heute immer noch fast komplett ausgeblendet. Alles was wir über Finanzen, Geld oder Schulden wissen, lernen wir von unseren Eltern.

Kaufen wir nach Lust und Laune ganz selbstverständlich Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen? Oder überlegen wir schon sehr genau und nutzen Sonderangebote zur Entlastung der Haushaltskasse? Wie unsere Kinder später mit Geld umgehen, ist maßgeblich davon abhängig, wie sie unser eigenes Konsumverhalten erleben.

 

Wir sollten uns bewusst machen, dass wir es sind, die unsere Kinder in Punkto Finanzen und Umgang mit Geld fit machen!