Spezial-Thema /1. Februar 2019

Special im Februar: Abi in der Tasche, was nun?

 

Lange bevor die letzte mündliche Abiturprüfung absolviert ist, haben sich viele Abiturienten Gedanken darüber gemacht, wie sie ihre Zukunft nach der Schule gestalten möchten. Die Optionen sind vielfältiger denn je. Manche haben bereits Bewerbungen geschrieben, sich Unis angeschaut, kaum dass die letzten Prüfungen im Juni vorbei sind. Andere dagegen sind noch etwas planlos. Und noch nie gab es für Schulabgänger so unglaublich viele Möglichkeiten – auch unabhängig vom Portemonnaie der Eltern.

 

Ins Berufsleben einsteigen

 

Trotz der erreichten Hochschulqualifikation starten viele ihren beruflichen Werdegang zunächst in einem klassischen Ausbildungsberuf. Der Ausbildungsrahmen von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb strukturiert gut die ersten Jahre nach der Schule. Hier kann man gleich Geld verdienen, auch um von den Eltern unabhängig zu sein. Wer ins Handwerk will, wird hier fündig. Alle anderen Ausbildungsplätze lassen sich über die IHK Börse für Ausbildungsplätze recherchieren.

Viele wählen aber auch eine Berufsausbildung vor dem Studium, um Wartezeiten aufgrund von Zulassungsbeschränkungen sinnvoll zu überbrücken. So eine praktische Ausbildung ist oft im angeschlossenen Studium sehr hilfreich und wird im Lebenslauf nicht ungerne gesehen. Da auf vielen Gebieten qualifizierte Bewerber gesucht werden, bekommt man als Abiturient eher den gewünschten Ausbildungsplatz als den erstrebten Studienplatz.

 

Bunte Vielfalt an Studiengängen nach dem Abitur

 

Wer jedoch endlich die große Freiheit möchte, dem stehen eine unendliche Anzahl an Studiengängen an staatlichen und privaten Universitäten oder fachlich orientierten Hochschulen im In- und Ausland zur Wahl. Viele private Institute und Hochschulen bieten beste Voraussetzungen für eine spätere Anstellung in einem Unternehmen.

Das neue Studentenleben, oft weit von Zuhause, setzt jedoch viel Disziplin und Eigenverantwortung der noch sehr jungen Menschen voraus. Und da die Zahl der Bafög-Berechtigten in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, müssen viele Studenten für Ihren Unterhalt einen Nebenjob annehmen. Im klassischen Studium selbst können sich die Studenten ihre Zeit etwas freier einteilen als Auszubildende und beispielsweise auch einmal ein Urlaubs- oder Auslandssemester einlegen.

Eine gute Alternative und daher immer beliebter ist das duale Studium in einem Unternehmen. Eine Kombination aus berufsbezogenem Studium und klassischer Ausbildung in einem Betrieb. Man hat nach dem Examen gute Übernahme-Chancen und verdient auch schon während des Studiums sein eigenes Geld. Hier gibt es zwei beliebte Modelle dualer Studiengänge: Bei einem Verbundstudium erwirbt der Hochschulabsolvent mit seinem Examen gleichzeitig auch einen staatlich anerkannten Berufsabschluss.

Oder man bewirbt sich bei einem Unternehmen, welches mit einer Hochschule kooperiert, schreibt sich dann an dieser Partnerhochschule ein und verbindet so die wissenschaftliche Ausbildung mit Praxiszeiten im Unternehmen – ein sogenanntes Verbundstudium. Die drei erforderlichen Jahre bis zum Bachelor-Abschluss sind allerdings arbeitsintensiv und verlangen von den Studenten in jeder Hinsicht viel Engagement.

Bei der Wahl zu einem dualen Studium sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die Bewerbungsverfahren oft ein Jahr vor dem Studienbeginn  starten.

 

Nach dem Abi erstmal die Welt entdecken…

 

Lust, die Welt kennen zulernen, aber kein Budget dafür? Pack deinen Rucksack und erarbeite dir deine Reisekasse mit Jobs unterwegs. Das geht bei einem Work & Travel-Aufenthalt. Nutze die Chance und sammle wertvolle Auslandserfahrung, verbessere deine interkulturellen Kompetenzen, Sprachkenntnisse oder Softskills wie Selbstbewusstsein für das spätere Berufsleben. Entdecke als Work and Travellerer jobbend die Welt, arbeite in einem Hotel in Kanada oder engagiere dich in einem Sozialprojekt in Südamerika! Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Oder Ihr wollt einfach erstmal eine Auszeit nehmen? Ein sogenanntes ‚Gap Year‘ – ein Überbrückungsjahr zwischen zwei Lebensabschnitten. Einige pflücken Obst in Australien, fischen vor Madagaskar oder bringen südafrikanischen Kindern im Township Handball bei. Spaß und Abenteuer warten.

 

Rein ins Leben

 

Du willst nach zwölf Jahren Schule endlich auch mal was richtig Nützliches tun und gleichzeitig vielleicht in einen Bereich reinschnuppern, der auch als Beruf in Frage kommt? Jedes Jahr nutzen zahlreiche Abiturienten die Möglichkeit eines sozialen Bildungsjahres und engagieren sich innerhalb Deutschlands freiwillig für eine Organisation, einen Verein oder eine soziale Einrichtung. Das alles geht nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland.

Von Kultur bis Denkmalschutz – es stehen verschiedene Modelle zur Auswahl: Neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in den Bereichen Pflege, Kultur, Denkmalpflege, Sport, Politik, Pädagogik oder Digital, gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) sowie den Freiwilligen Wehrdienst (FWD) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD).

 

Nichts ist für immer

Nicht jedem gelingt es, die Schnittmenge aus seinen Begabungen, seiner Persönlichkeit, den Interessen und der Motivation so herauszuarbeiten, dass alle diese Faktoren für ein erfolgreiches Studium und die dauerhafte Freude am gewählten Beruf zusammenkommen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass manch einer ob der unüberschaubaren Fülle der Optionen direkt von der Schulbank auf die Wohnzimmer-Couch wechselt… und dort erstmal liegen bleibt. Für die Eltern, die ratlos und händeringend daneben stehen, ist es schwierig, den Nachwuchs vom Sofa zu bekommen. Oft mangelt es den Jugendlichen an genügend Selbsterkenntnis. Interessen kommen und gehen.

Der Umstand, dass es heutzutage weitaus leichter ist, seinen beruflichen Werdegang zu ändern und dass Wissen aus Ausbildung oder Studium meist nicht für ein ganzes Arbeitsleben reicht, bietet Chancen für Quereinsteiger.

So lässt sich durch Fortbildung und Engagement manch eine ‚Fehlentscheidung‘ auch später so noch revidieren.

 

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