Allgemein /13. Mai 2018

Für Sie unterwegs – taunus4family beim Geysir Andernach

Island vor der Haustür?

Tatsächlich ist das natürlich nicht der Fall und der berühmte Vulkan Eyjafjallajökull, der Name, den kaum ein Nachrichtensprecher 2010 fehlerfrei aussprechen konnte, ist auch weit entfernt. Dennoch liegt der weltweit höchste Kaltwasser-Geysir nicht weit von unserem schönen Taunus entfernt und lädt damit zu einem spektakulären (Familien-) Ausflug ein.

Mit dem Kaltwasser wäre dann schon der erste große Unterschied zu den isländischen Heißwasser-Geysiren benannt – doch das lernen Sie am einfachsten direkt in dem Andernacher Geysirzentrum. Angelehnt an die Methodik der US-amerikanischen Nationalpark „Visitor Centers“ lernt man hier auf spielerische Art und Weise von Jung bis Alt Unmengen über die Geschichte, Herkunft und Wirkung von Kräften, Gesteinen und CO². Nicht nur die Fahrt mit dem rasend schnellen Fahrstuhl bis auf 4.000 Meter Tiefe ins Gestein fanden wir spannend (für die Angsthasen unter Ihnen – es sind in Wirklichkeit nur zwei Etagen im Gebäude, aber die Szenerie ist grandios umgesetzt), auch die Mitmach-Geysire beschäftigten unsere Kleinen so lange, dass wir „älteren Wissenschaftler“ endlich mal in Ruhe die Lerntafeln lesen konnten. In welchem Museum oder Besucherzentrum funktioniert das denn sonst so gut?

 

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Nach rund einer Stunde legte unser Schiff ab – Sie haben richtig gelesen: nur mit einem Schiff kommen Sie zu der geheimen Stelle im Urwaldgleichen Rheinufer, aus der alle zwei Stunden für rund 15 Minuten der bis zu 60 Meter hohe Kaltwassergeysir speit. Die halbstündige Fahrt genossen wir mit Blick auf das Rheintal, die Kinder begeistert, guter Service auf dem Schiff, dann Anlegestelle, alle sind bis zum Bersten neugierig auf das Naturereignis.

 

 

Die Runde formiert sich um das Kraterloch, ein paar Wasserspuren deuten an, auf welche Stelle ein Besucher sich ohne Regenschirm möglichst nicht stellen sollte. Dann beginnt es plötzlich zu brodeln, langsam steigen Wasserblasen auf… ein kleiner Springbrunnen, er wächst heran, wächst … wächst … Die Zuschauer applaudieren wie bei einem Höhenfeuerwerk! Einige Besucher ohne Regenschirm und Beobachtungsgabe flüchten vor dem kühlen Nass aus 40 Metern Höhe, zum Glück ist es sommerlich warm. Ihre Kinder wollen nicht flüchten, hoffentlich haben sie Ersatzwäsche eingepackt.

 

 

Wir sind begeistert – so etwas hätten wir in rund 100 Kilometern Entfernung wirklich nicht erwartet! Fünfzehn Minuten später ruht der Geysir wieder, lauert wieder auf die nächsten Besucher, sie zu benetzen mit seinem kühlen Strahl. Wir verabschieden uns, ein Eiskaffee wartet auf dem Schiff, danach noch Pizza und Stadtbummel im lauschigen Andernach. Die Kinder bekunden beide auf dem Heimweg ungefragt (!!!), dass ihnen der Ausflug sehr gut gefallen habe und betteln um das Video, welches ich gedreht habe. Meiner besten Ehefrau von allen wird leicht komisch beim Betrachten des Filmchens, musste ich doch die Kamera quernehmen mitten im Dreh, um die volle Höhe des Geysirs überhaupt erfassen zu können. „Wie eine Achterbahn“, kräht meine Kleine, und wir erleben nochmal das Spektakel für uns auf dem Heimweg.

Wir werden uns noch lange erinnern! Und irgendwann bei Reichtum und Freizeit besuchen wir auch die Heißwassergeysire auf Island. Oder Neuseeland, USA – Yellowstone oder sowas … oder wir fahren eben wieder mal nach Andernach am Rhein.