Allgemein /30. September 2019

Kinderernährung – Vitamine für Gemüsemuffel

Frage ich meine Kinder, was sie gerne essen möchten, kommt unisono ‚Nudeln‘ als Antwort. Die langen, gedrehten oder platten Nahrungsmittel aus gemahlenem Getreide wären, wenn es nach ihnen gehen würde, täglich auf dem Speiseplan. Kämpfe am Esstisch sind das Resultat. „Schmeckt nicht, esse ich nicht, will ich nicht!“

 

Ungesundes auf Kindertellern

 

Nun sind die Kinder in Deutschland im Durchschnitt zu dick. Die Gründe sind hinreichend bekannt, ungesundes Essen und zu wenig Bewegung.

Anstatt selbst zu kochen greifen viele Eltern aus Zeitmangel immer häufiger zu Fertiggerichten oder Fastfood. Andere haben Kinder, die schlechte oder mäkelige Esser sind oder eben einseitige Essgewohnheiten haben und immer nach denselben Nahrungsmitteln verlangen.

Mit viel Geduld und Kreativität

 

Das Essen ist liebevoll gekocht und zubereitet und steht schön angerichtet auf dem Tisch. Obst, Salate, Aufläufe und Gemüse werden weggeschoben und nach dem gewohnten Lieblingsessen verlangt.

Ernährungsexperten raten, sich schon früh die Neugier der Kinder zunutze zu machen und die ganze Bandbreite an Geschmack und Konsistenz bei der Auswahl des Essens auszuprobieren.

Schon bei kleinen Kindern ab dem 4. Lebensmonat beginnt eine wichtige Phase der ‚Ernährungserziehung‘. Viele Eltern geben vorzeitig auf, wenn es nicht schmeckt oder ausgespuckt wird. Kinder müssen ungewohnte Speisen jedoch oft viele Male probieren, bis sie ihnen zusagen. Dadurch entwickelt sich mehr Variabilität und einseitige Esser werden unwahrscheinlicher.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den kleinen Prinzessinnen und Prinzen Lust aufs Essen machen, indem man sie in die Essensplanung miteinbindet, sie beim Kochen mithelfen und probieren lässt. Das schafft eine Verbindung zum Essen und zu den Lebensmitteln, die sich auch auf das Essverhalten positiv auswirken kann.

Auch das Auge ist ja bekanntlich mit. Fast zu schön zum Essen sind manche Kunstwerke, die Eltern mit nur wenigen Hilfsmitteln zaubern und damit gesunde und süße Alternativen zubereiten. Raupen aus Apfelscheiben, Schäfchen aus Bananen. Natürlich kann man nicht jede Karotte in Form schnitzen und jedes Gemüse erst mit bunten Streuseln verzieren, bevor man sie seinen Kindern serviert, aber es gibt viele lustige Ideen dazu, was man alles mit Essen machen kann.

 

 „Biene Maja“, „Käpt’n Blaubär“ und „Pumuckl-Teller“

 

Der heimische Herd ist sicherlich nur ein Teil der Gesamternährung im familiären Kontext. Und für die Ernährung ist Restaurantessen nachrangig. Aber sind Kinder dann mal im Restaurant lockt immerhin Essen, das zu Hause vielleicht nicht jeden Tag auf den Tisch kommt. Das Ganze hat nur einen Haken. Jedes zweite Kinder-Menü in Restaurants ist unter ernährungstechnischen Gesichtspunkten problematisch. Gerichte wie Nudeln mit Soße, Südosteuropäische Fleischgerichte, Chicken Nuggets mit Pommes, Panierter Fisch, Pommes Frites, Wurst mit Pommes und Burger, Süßspeisen – zu viel Fett und Kalorien, zu viel Kohlenhydrate. zu wenig Ballaststoffe, keine Vitamine.

Nach einer aktuellen Studie der Universität Heidelberg sehen trotz der einer vielseitigen und sehr guten Restaurantkultur in Deutschland die Kinderspeisekarten überall ähnlich aus.

 

Alternativen im Restaurant

 

In vielen Restaurants ist es möglich und üblich, dass die Kinder von der regulären Karte halbe Portionen bestellen können. Oder die Wirte bieten einen sogenannten Räuberteller an. Das heißt, die Eltern wählen die Gerichte aus und stellen daraus dann für ihre Kinder eine Auswahl von Speisen zusammen.

Und oft sind Kinder außerhalb der eigenen vier Wände auch viel experimentierfreudiger. Muscheln oder Meeresfrüchte können faszinierend sein, wenn man sich vorstellt, dass die kleinen Tintenfische auf dem Salat mal ganz wirklich echt im Meer geschwommen sind…

 

 

Kinderteller sollen gesünder werden

 

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) reagiert auf die Ergebnisse der Studie und denkt über ein Gütesiegel für Restaurants und Gaststätten nach, deren Kinderspeise-Angebot vorbildlich ist. Der Verband DEHOGA will derweil seine Empfehlungen für kinderfreundliche Restaurants mit neuen Rezeptideen und praxisnahen Informationen überarbeiten und Anregungen zu geben für kreative und gesunde Kinderangebote.

 

Und immer dran denken: Kinder ahmen das Essverhalten der Eltern nach!