Familienpolitik /2. Januar 2020

Wer will fleißige Handwerker seh’n

Nachwuchs im Handwerk – viele Gründe sprechen für die betriebliche Ausbildung

Handwerker sind heutzutage gefragt wie lange nicht mehr. Falls Sie auf der Suche nach einem Handwerker sind, bedarf es häufig viel Geduld, denn die Auftragsbücher sind voll. Kaum ein Handwerker hat Zeit, vielmehr können sich die meisten Unternehmen vor Aufträgen kaum retten. Ein guter Grund, sich in der heutigen Zeit für eine betriebliche Ausbildung im Handwerk zu entscheiden…

 

Das Handwerk in der heutigen Zeit

Dem deutschen Handwerk eilt weltweit ein hervorragender Ruf voraus. Trotz zahlreicher Veränderungen und gravierender Entwicklungen prägt das Handwerk auch eine gewisse Konstanz und Beständigkeit. Zahlreiche Berufe im Handwerk gibt es seit mehreren Jahrhunderten. Wenn sich Ihre Kinder für eine Ausbildung im Handwerk interessieren, ist ein Blick auf das Handwerk von Heute vonnöten.

Zahlreiche Herausforderungen stehen bevor. Die demographische Entwicklung führt zu einem dramatischen Fachkräftemangel, der bereits heute in vielen Handwerksberufen sichtbar ist. Immer mehr Unternehmen suchen verzweifelt Auszubildende oder Fachkräfte für ihren Betrieb. Darüber hinaus muss das Handwerk einen Mittelweg zwischen Tradition und Moderne finden. Auf der einen Seite gilt es, nicht zu vergessen, was das Handwerk stark gemacht hat, und zudem aktuelle Entwicklungen wie den Mega-Trend der Digitalisierung mitzugehen.

Die Popularität akademischer Berufe

Dabei hat es das Handwerk wirklich nicht leicht. Schlechte Ergebnisse bei den Pisa-Studien verändern bei vielen Eltern den Anspruch an die Zukunft ihrer Kinder. Eine Ausbildung scheint wenig verlockend, ein akademischer Abschluss soll es sein. Fast die Hälfte jedes Jahrgangs hat heute bereits das Abitur. Insgesamt gibt es fast drei Millionen Studierende hierzulande. Eine akademische Ausbildung scheint alternativlos – lediglich 13 Prozent der Abiturienten wählen eine Ausbildung. Dabei bietet das Handwerk weitreichende Möglichkeiten für Ihre Kinder.

Biberacher Modell für die Zukunft

Das Handwerk und die Unternehmen stehen dieser Entwicklung jedoch keinesfalls tatenlos gegenüber. Vielmehr gibt es durchaus Anstrengungen, die Entwicklung umzukehren und die Attraktivität der Handwerksbranche zu erhöhen. Die Entscheidung für eine betriebliche Ausbildung muss nicht zwangsläufig eine Entscheidung gegen eine akademische Bildungswege sein. Das Biberacher Modell bietet eine Zukunft mit Ausbildung und Studium im Paket. Ein duales Studium soll die Popularität der Handwerksberufe steigern und zugleich eine umfassende Qualifikation der Auszubildenden gewährleisten.

Gründe für eine Ausbildung im Handwerk

Denn ein Studium ist nicht immer das Nonplusultra. In vielen Fällen kann eine Ausbildung durchaus sinnvoller als ein Studium sein. Wir zeigen Ihnen, warum eine betriebliche Ausbildung im Handwerk für Ihr Kind wohmöglich das Richtige ist. Zum einen ist das Handwerk überaus vielfältig. Mehr als 130 Ausbildungsberufe sorgen dafür, dass jeder Absolvent einen Beruf entsprechend der eigenen Interessen und Fähigkeiten findet. Zudem bietet das Handwerk hervorragende Chancen in der Zukunft. Der Fachkräftemangel sorgt bereits heute dafür, dass ein Arbeitsplatz nahezu sicher ist. Zudem müssen zahlreiche Handwerksbetriebe in der Zukunft einen Nachfolger suchen. Schon in naher Zukunft können Ihre Kinder die Fachkräfte von Morgen sein und eine Führungsposition im Handwerk wahrnehmen. Ein weiterer Grund ist die gute Bezahlung. Handwerk lohnt sich – dies ist nicht erst seit heute so. Dabei liegt das Einkommen eines Meisters im Durchschnitt auf dem Niveau eines Hochschulabsolventen.

Die Suche nach der passenden Ausbildung

Die Auswahl an weit über 100 Ausbildungsberufen- die auch vom Zeitgeist und dem veränderten Konsumverhalten geprägt sind –  macht die Entscheidung für eine Ausbildung häufig nicht leicht. Lehrstellen-Radar, Online-Tests, Handwerksmessen oder Veranstaltungen von Handwerksverbänden bieten die Chance, dass Sie und Ihre Kinder die Berufe näher kennen lernen. Wer das Handwerk einmal zu schätzen beginnt, kann sich oftmals einen anderen Berufsweg nicht mehr vorstellen.

Fazit – Nachwuchs im Handwerk gefragt

Nicht für jeden Schüler klingt eine Karriere im Handwerk verlockend. Viele Schüler assoziieren häufig Arbeit bei schlechtem Wetter, lange Arbeitstage oder harte körperliche Strapazen mit dem Handwerk. Doch ein wenig mehr Weitblick ist vonnöten. Schließlich bietet das Handwerk auch zahlreiche Vorteile. Frei nach dem Motto „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ kann der Nachwuchs im Handwerk bei späteren Klassentreffen frohlocken. Während auf der anderen Seite des Tisches die früheren Musterschüler als Studienabbrecher oder mit unsicheren Arbeitsplätzen sitzen, ist die eigene Zukunft auf Dauer gesichert.