Allgemein /20. August 2019

Wie groß sollte ein Kinderzimmer sein?

 

Vielleicht muss man sich hier erstmal die Frage stellen: Welche Funktion hat ein Kinderzimmer? Es ist sowohl Wohn-, wie Schlafzimmer. Gleichzeitig ist es aber auch Spielzimmer und sozialer Rückzugsraum, weshalb es ausreichend groß bemessen sein sollte. Allgemeingültig lässt sich die Frage also nicht beantworten. Vielmehr geht es darum, den vorhandenen Platz optimal zu nutzen.

 

Auf lange Sicht planen

 

Mit dem Alter der Kinder variiert die Größe des Zimmers mit der Zeit. Babys und Kleinkinder benötigen noch nicht so viel Platz, werden sie dann beweglicher und mobiler brauchen sie mehr Platz zum Spielen. Später im Teenager-Alter ändern sich die persönlichen Bedürfnisse und  der Bewegungsdrang wird wieder weniger…

8,5 Quadratmeter für ein Kind – so lautete die DIN-Empfehlung zur Kinderzimmergröße noch 1967. In den 2000er-Jahren wünschen sich Eltern doppelt so viel Platz für ihren Nachwuchs, 16 bis 20 Quadratmeter, wie eine Umfrage ergab. Wo Wohnraum knapp ist oder ein kleinteiliger Grundriss vorgegeben, stellt sich die Frage: Wie lässt sich der bestehende Raum so gestalten, dass die Kinder möglichst viel davon haben?

Bei Fertighaus-Anbietern werden im Schnitt 14 Quadratmeter für den Nachwuchs eingeplant. Doch auch ein kleineres Zimmer kann viel Platz zum Spielen, Lernen und Entspannen bieten.

 

Oben schlafen, unten spielen

 

Hochebenen sind eine Möglichkeit, in Räumen, die zwar klein, aber hoch sind, zusätzliche Quadratmeter rauszuholen. Indem zwischen den Wänden Holzbalken eingezogen werden, entsteht unter der Zimmerdecke ein Raum zum Schlafen oder Ruhen. Gleichzeitig vergrößert sich die Aktivzone auf dem Boden. An den Balken lässt sich auch eine Schaukel anbringen – die später für den Schreibtisch Platz macht.

 

Möglichst wandelbar

 

„Bei der Gestaltung von Kinderzimmern, ist es besonders wichtig, in die Zukunft zu denken, damit es auch als Jugendzimmer funktioniert“, sagt BHW Expertin Stefanie Binder. „Das ideale Kinderzimmer ist möglichst wandelbar.“ Eine weitere Herausforderung: Wohnen, Schlafen und Arbeiten fallen hier zusammen. Um die drei Bereiche voneinander zu trennen, bietet es sich an, ein Podest einzubauen, auf dem der Schreibtisch oder das Bett stehen kann. Enthält das Podest außerdem Schubladen, schafft dies selbst im kleinsten Zimmer viel Stauraum.

 

Ein Zimmer für zwei

 

Auch für Geschwisterzimmer gibt es Tricks. Eignet sich der Raum nicht dafür, eine Trennwand einzuziehen, kann man ihn optisch teilen, etwa mit einer halben Wand oder unterschiedlichen Wandfarben. So bekommt jedes Kind einen eigenen Bereich, die Themen ‚meins‘ und ‚deins‘ sind geklärt und jeder kann selber gestalten. Die Individualität der Kinder steht auch im gemeinsamen Zimmer im Vordergrund.

Der Altersunterschied von Kindern im gemeinsamen Zimmer spielt ebenfalls eine wichtige Rolle und sollte nicht mehr als vier Jahre betragen. Die Interessen, die jedes Kind von Jahr zu Jahr entwickelt, sind dann schlicht nicht kompatibel. Jede Kindheitsphase sollte aber in all seinen Facetten ausgelebt werden dürfen, denn Freiräume sind für Kinder von Beginn an wichtig. Sie zu sehr einzuschränken erzeugt Frust und Streit – und belastet den Familien-Alltag.

Und schließlich soll es doch eher um Rücksicht nehmen, Kompromisse eingehen und Spielzeug teilen, gehen…

 

Quelle: BHW Pressedienst