Allgemein /23. Oktober 2018

Auf den Hund gekommen

Ob wir uns die nächsten zwanzig Jahre um unser Haustier kümmern wollen? Schon mal überlegt, wie teuer das alles wird, Anschaffung, Futter, Versicherung, ? Und erst der Zeitaufwand? Sich Sorgen machen, wenn sie krank sind! Und, und, und…!

 

Das Tier und wir

Diese Fragen stellen sich viele nicht (mehr). Die Deutschen wohnen mit 32 Millionen Haustieren zusammen. Hunde, Katzen, Hamster, Reptilien usw. Der Hund als bester Freund des Menschen bildet hier mit Abstand die größte Gruppe von 9,2 Millionen seiner Art.

 

Früher und heute

Er ist seit Jahrtausenden unser treuer Begleiter. Es geht um die wohl älteste Beziehung zwischen Mensch und Tier, und auch die ungewöhnlichste. Die Steinzeitmenschen konkurrierten mit den Wölfen um die gleichen Nahrungsressourcen und waren deswegen nicht nur Rivalen sondern Feinde. Irgendwann jedoch – die Forscher rätseln noch, wann dies geschehen sein mag – wurden aus erbitterten Konkurrenten Freunde. Ein Pakt, der seit mindestens 15  ­­000 Jahren bis heute andauert.

Zum Verständnis muss man sich daran erinnern, dass im Normalfall früher der Nutzwert eines Tieres darüber entschied, wie der Besitzer üblicherweise mit ihm umsprang. Kein Tier wurde um seiner selbst willen geliebt und verhätschelt. Der Hund hatte verschiedene Aufgaben. Er konnte bewachen, hüten, Wild aufstöbern, Schlitten ziehen wie in Alaska usw.

Heute sind Hunde für uns nicht nur Mitbewohner, sondern vollwertige Familienmitglieder, Spielkameraden und Aufpasser in einem. Sie sind gute Zuhörer, treue Wegbegleiter, immer zur Stelle, leicht zu begeistern und für manch einen häufig sogar Beziehungspartner und Kinderersatz. Wenn ich abends gestresst nach Hause komme, sie hören uns zu, wenn wir ihnen etwas erzählen. Es ist ihnen egal, ob ich nun Supermodel bin oder eine Zahnspange trage. Ob ich Workaholic bin oder stinkfaul. Für das Tier bist und bleibst du der King. Das macht mehr Spaß und ist weniger aufwendig, als, sagen wir mal, Beziehungsarbeit mit dem Partner zu leisten. Und kein anderes Tier kann so gut interpretieren, was wir von ihm wollen, wie der Hund.

Kein Wunder, dass wir heute um die 9 Milliarden Euro ausgeben, um unsere Haustiere zu pflegen und zu verwöhnen. Rund die Hälfte davon entfällt auf Hunde.

 

Von Leberwursteis bis Designer-T-Shirt

Die Branche für Heimtierbedarf hierzu wächst seit Jahren stetig. Fast 5000 Artikel allein für Hunde sind es beim Marktführer für Heimtierzubehör Trixie. Schon lange werden nicht mehr nur Snacks oder Hundekörbe nachgefragt, sondern zunehmend sind es die Luxusartikel wie teure Hundehalsbänder, Designer T-Shirts oder Accessoires, die die Umsätze in die Höhe treiben. Einige Produkte sehen aus wie Luxus, können aber laut Fachleuten sinnvoll sein, wie beispielsweise Hundemäntel gegen Blasen- und Nierenentzündungen für kurzbeinige Hunderassen.

Mittlerweile gibt es 6000 Hundeboutiquen in Europa. Hier wird Hund modisch aufgepeppt und geistig unterhalten. Wenn das Tier mal wieder nach nassem Fell oder aus dem Mund stinkt, gibt es Hundezahnpasta oder das „Deluxe Spa Set“ mit allem Zubehör und einer Quietscheente. Als Denksportaufgabe werden Brettspiele oder auch schlichtere Spielzeuge, wie Latexspielzeug in Form von Hühnern in Bikinis oder Hähnen in Shorts angeboten.

Ratgeber zu jedem Thema füllen die Bücherregale, Hundetrainer mit ihren Shows ganze Arenen, ihre Tipps im Fernsehen erreichen hohe Einschaltquoten. Für die letzte Ruhe gar haben sich Tierfriedhöfe etabliert.

 

Hunde-Elend

Der schönste Halsschmuck hilft aber nichts, wenn der Hund krank ist oder sich unwohl fühlt. Jedes Tier hat sein eigenes Temperament. Der eine ist eher ein Couch-Potato, der andere spielt ausgelassen und liebt die Bewegung. Im Tierreich wird meist stumm gelitten, wer also denkt, Hunde würden bei Schmerzen winseln oder wimmern, irrt. Trotzdem gibt es recht eindeutige Anzeichen, bei denen gehandelt werden sollte. Besteht ein Verdacht, dann sollte der Gang zum Tierarzt das Mittel zur Wahl sein. In Notfällen erreichen sie den Mobilen Tiernotdienst, der zum normalen Kliniktarif zusätzlich eine Anfahrtsgebühr berechnet. Tierärzte, die Notdienst in der Taunus Region haben, finden Sie über diese beiden Listen Notdienstplan West sowie Notdienstplan Ost.

Ein regelmäßiger Routinecheck beim Tierarzt alle ein bis zwei Jahre ist grundsätzlich hilfreich, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Übrigens wussten Sie, dass Arbeitnehmer im Notfall Anspruch auf Freistellung und Vergütung haben? Kann sich keiner um das kranke Tier kümmern und ist es betreuungsbedürftig, so kann der betroffene Arbeitnehmer auch kurzfristig freigestellt werden.

 

“Das letzte Wort über die Wunder des Hundes ist noch nicht geschrieben.”
(Jack London)