Familienleben /28. Juli 2020

Kinderfahrradanhänger vs. Fahrradsitz – Was ist sicherer?

Wer gerne Fahrrad fährt, möchte dies auch am liebsten mit der ganzen Familie tun – das ist klar. Solange die Kinder aber noch nicht alt genug sind, um selbst in die Pedale zu treten, braucht man eine passende Transportmöglichkeit für die Kids. Hier stehen beispielsweise der Kinderfahrradsitz oder der beliebte Fahrradanhänger zur Auswahl. Doch welche ist nun die bessere Variante?

 

Die ersten Überlegungen

Im ersten Schritt sollte man sich überlegen, wie häufig man Fahrradtouren plant zu machen und um welche Routen es sich vorwiegend handelt. Geht es also eher in Richtung City- oder Mountainbiken?

Für kurze Trips wie z.B. schnell man in den Kindergarten radeln sowie den klassischen Stadtverkehr, ist ein Kinderfahrradsitz in der Regel völlig ausreichend, da er wesentlich weniger Platz einnimmt und nicht ständig an- und abgehängt werden muss (Stichwort: Diebstahl).

Sind allerdings längere, ausgiebigere und anspruchsvollere Touren geplant, sollte man über die Investition in einen Kinderfahrradanhänger nachdenken. Dieser bietet den Vorteil, dass er bis zu zwei Kindern gleichzeitig Platz bietet und zusätzliches Gepäck auch noch verstaut werden kann.

 

Kinderfahrradanhänger und Fahrradsitz im Vergleich

Die meisten hochwertigen Fahrradanhänger sind in der Anschaffung nicht günstig, jedoch bieten sie eine entsprechende Verarbeitung bei der Fahrgastzelle, die durch eine spezielle Konstruktion des Rahmens auch im Falle eines Unfalls für die nötige Sicherheit sorgt. Ebenso ist ein hochwertiges Gurtsystem, meist 5-Punkt-Gurt vorhanden, welches das Kind nicht nur im Schulterbereich schützt, sondern quasi den gesamten Körper über Kreuz umfasst und so ein Umherrutschen im Anhänger vermeidet.

Sicherheit: welche Lösung ist besser?

Auch wenn es vielen Eltern so scheint, als ob durch die körperliche Nähe beim Kinderfahrradsitz auch der Sicherheitsaspekt dadurch erhöht wird, sollte an dieser Stelle angemerkt werden, dass dies leider ein Trugschluss ist.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Tests und Untersuchungen die belegen, dass ein Kinderfahrradanhänger durch seine Bauweise wesentlich sicherer ist als ein Kinderfahrradsitz. Dies ist darauf zurück zu führen, dass die Kinder eben in der Fahrgastzelle zusätzlichen Schutz haben und im Falle eines Unfalls, in der Regel, keinen direkten Bodenkontakt haben.

Außerdem spielt der Schwerpunkt eine entscheidende Rolle. Beim Kinderfahrradsitz ist dieser wesentlich höher. Das bedeutet, sollte das Fahrrad samt Kindersitz und Kind umfallen, geschieht dies aus voller Höhe und mit deutlich mehr Kraft.

Der Fahrradanhänger hingegen ist dank Kupplung mit dem Fahrrad verbunden, die dafür sorgt, dass der Anhänger auch dann stehen bleibt, sollte das Fahrrad umkippen. Auch für den Fahrer bietet der Anhänger deutlich mehr Stabilität als der Kinderfahrradsitz – das Zappeln des Kindes wird im Anhänger nämlich kaum wahrgenommen!

 

Ab wann können Babys transportiert werden?

Auf dem Kinderfahrradsitz können Kinder erst dann mitfahren, wenn sie in ausgereifter Art und Weise in der Lage sind selbstständig zu sitzen. Beim Fahrradanhänger hingegen geht das mit entsprechender Ausrüstung bereits ab dem Zeitpunkt, wo Babys ihr Köpfchen selbstständig halten können.

Dank einer Babyschale oder Hängematte ist die noch empfindliche Wirbelsäule ausreichend geschützt und wird passkonform gelagert. Der Fahrradanhänger sorgt auch, je nach Modell, durch eine Federung für entsprechende Abfederung von Unebenheiten.

Ein weiterer Aspekt ist der Wind- und Wetterschutz. Beim Kinderfahrradsitz sind die Kinder den Witterungsverhältnissen vollkommen ausgeliefert, was gerade im Hochsommer auch bedeutet, dass der Sonnenschutz regelmäßig aufgefrischt werden muss. Des Weiteren sind sie auf dem Kindersitz auch vor Insekten nicht geschützt, was für die Kinder alles andere als angenehm ist.

Beim Kinderfahrradanhänger hingegen ist meist standardmäßig ein Wind- und Wetter- bzw. Sonnenschutz integriert, oder kann durch einen Aufpreis zusätzlich erworben werden.

 

Fazit

Je nach Einsatzbereich gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Der Fahrradanhänger punktet neben den erhöhten Sicherheitsfaktoren auch in Sachen Platz und Stauraum. Speziell bei längeren Ausfahrten kann man so Spielzeug, Proviant, etc. transportieren.

Außerdem haben die Kinder mehr Bewegungsfreiraum, können während der Fahrt spielen oder ein gemütliches Nickerchen einlegen. Praktisch ist auch, dass der Anhänger mit entsprechender Zusatzausstattung als Buggy oder Jogger genutzt werden kann.

Auch wenn vieles für den Kinderfahrradanhänger spricht – am Ende des Tages kommt es darauf an, wie viel man fährt, welche Strecken man bevorzugt und, ob mehr als nur ein Kind transportiert werden soll.

Auch das Budget darf man natürlich nicht außer Acht lassen: ein hochwertiger Anhänger mit entsprechender Federung kostet mindestens ab 400 Euro aufwärts, während ein guter Kinderfahrradsitz bereits ab 100 Euro erhältlich ist.