Helfen macht happy – Kinder-Hilfsprojekt im Taunus

 

Letzte Woche stand ich im Kaufland ewig an der Kasse. 20-Meter-Stau vierreihig. Ich hatte also viel Zeit, die anderen vor und neben mir zu beobachten. Dabei fiel mir auf, dass jeder von uns irgendwas im Einkaufswagen hatte, das man so eigentlich nicht megadringend braucht. Also ganz dringend meine ich. Die Großpackung Schokoküsse beispielsweise in Reihe eins bei dem Herrn links neben mir. In fünffacher Ausfertigung. Scheinbar mag er Schokoküsse. Die Dame, die in Reihe drei wiederum gerade zum Abkassieren dran ist, befürchtet wohl eher einen unfreiwilligen Entzug – oder Weltuntergang. Sie ersteht 10 Packungen Zigaretten!

Da ich gerade zum längeren Rumstehen und Warten verdammt bin, schweifen meine Gedanken zum letzten Telefonat mit Stuart Truppner zurück. Stuart ist US-Amerikaner, lebt seit knapp 30 Jahren in Deutschland, derzeit in Königstein im Taunus. Amerikaner? Oh je, nicht gerade das Volk innerhalb der Weltbevölkerung, die für Anti-Verschwendung von Ressourcen jeglicher Art bekannt sind. Nicht so Stuart, obwohl er ein wohlhabender Mann ist. Vermutlich deswegen, da er einst im schlimmsten Ghetto von Brooklyn in bitterer Armut aufwuchs, was er niemals vergessen hat. Ob er auch Schokoküsse einkauft, weiß ich jetzt gar nicht. Eines jedoch ist sicher: Er ist der bescheidenste Wohlhabende weit und breit. Und er hilft Not leidenden Kindern in Deutschland in Kooperation mit Kinderhilfs-Organisationen. Ganz praktisch, persönlich und auch mit seinem Geld. Schließlich „kann er das mal nicht in den Himmel mitnehmen“, wie er sagt.

 

Stuart und sein Kinder-Hilfsprojekt

 

Für die kranken oder benachteiligten Kids dieser Organisationen organisiert Stuart Mutmach-Erlebnis-Events. Alles in Eigenregie. Ungefähr tausend Telefonate und Mails pro Tag sind bei Stuart normal, die ihn jedoch nicht schrecken. Selbstredend, dass er all diese Events aus eigener Tasche bezahlt. Spenden? Nimmt er keine an. Wenn, sollen die Menschen lieber den betreffenden Organisationen spenden. Die können es dringender gebrauchen.

 

Ein bisschen Zeit, Talent oder Geld übrig?

Einfach mal so anpacken, jemandem helfen, der gerade Hilfe braucht. Im Großen oder Kleinen. Sich ehrenamtlich engagieren oder dem einsamen alten Mann von gegenüber eine halbe Stunde unserer Zeit für ein Gespräch schenken. Machen wir das alle nicht viel zu selten? Und haben auch gleich schon eine Erklärung parat mit der wohl berühmtesten Ausrede des 21. Jahrhunderts: „keine Zeit!“.

Vielleicht ist das mit der Zeitfrage aber auch so ein bisschen wie mit dem Einkaufswagen. Braucht man das alles wirklich dringend im Leben? Müssen es fünf Großpackungen Schokoküsse sein oder reicht nicht auch eine? Die paar gesparten Euro bedeuten für ein Kind in Deutschland ein leckeres Pausenbrot. Für dich sind Schokoküsse ein Luxus. Für dieses Kind ein simpel belegtes Brot, da es grundsätzlich ohne Frühstück und Vesper zur Schule muss und die erste spärliche Mahlzeit erst um 13 Uhr zu sich nehmen kann. Stuart geht mit gutem Beispiel voran und packt an.

Glück kann man nicht kaufen. Jedoch Herzlichkeit und Liebe verschenken. Beides macht so was von glücklich, wie man an Stuarts Kinder-Hilfsprojekt und an ihm selbst sehen kann.

©privat

Mehr zu Stuart und seinem Projekt erfährst du hier.

Und jetzt leg los. Ja, jetzt in dieser Sekunde. Überleg dir, was du heute noch für wen Gutes tun kannst. Dir wird etwas Tolles einfallen, da bin ich mir sicher. Gerade die kleinen Dinge sind enorm wichtig und bedeuten für Hilfsbedürftige wahnsinnig viel. In erster Linie, dass wir sie nicht vergessen. Klein geht immer. Also los!

 

 

© Rüdiger Lutz

 

Zur Autorin

Ulrike Parthen ist ehrenamtlich im Einsatz für Stuarts Kinder-Hilfsprojekt. Spezialisiert auf das emotionale Texten / Storytelling / Ideenstiften / Sichtbarmachen von Persönlichkeiten, Werten, Botschaften. Mein Handwerkszeug vor vielen Jahren bei einem der Besten Deutschlands gelernt. Inzwischen tausende Texte und Storys verfasst, Branchen querbeet, online/offline und mindestens genauso viele Ideen ausgeheckt.


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Ulrike Parthen
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