Oma hat ein Hexenhaus

„Mama, Mama, Omas Haus kann sprechen“,

ruft Lina (7 Jahre) ganz aufgeregt, als Julia ihre Tochter vom wöchentlichen Besuch bei Oma abholt. „Das Haus sagt Oma wie das Wetter wird und wenn Oma es sagt, geht das Licht an. Oma hat ein Hexenhaus.“, strahlt Lina und klatscht begeistert in die Hände.

Natürlich ist Linas Oma keine Hexe, aber was ihr Haus kann, erinnert schon an Magie. Der Hausnotruf, den Linas Oma vor zwei Jahren hat installieren lassen, war nur der Anfang. Jetzt ist das gesamte Haus smart.

 

Daheim statt im Heim

 

In einer alternden Gesellschaft mit einer schlechten Versorgung und einer miserablen Pflegesituation ist es vielen älteren Menschen ein Bedürfnis, zu zweit oder auch alleine möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben. Viele Kinder unterstützen ihre Eltern in diesem Wunsch, nachdem seit Jahren in der Presse immer wieder über untragbare Zustände in Seniorenheimen berichtet wird. Vernachlässigungen, Misshandlungen, Tötungen sind nicht der Alltag in deutschen Einrichtungen, kommen aber zu häufig vor um noch als außergewöhnliche Ausnahmen empfunden zu werden.

Voraussetzung für den Verbleib in der eigenen Wohnung ist der Erhalt der Selbständigkeit. Ein wichtiger Baustein hierfür ist die Beseitigung von Barrieren in der Wohnung. Senioren haben gegenüber jüngeren Menschen mit drei Nachteilen zu kämpfen:

  • Sie stürzen schneller,
  • wenn sie stürzen, verletzen sie sich schwerer und
  • wenn sie sich verletzt haben, dauert der Heilungsprozess länger.

 

Stürze vermeiden

 

Begehbare Duschen, das Entfernen von Türschwellen und sonstigen Stolpergefahren sind dabei nur erste Schritte. Die smarte Wohnung geht noch einen Schritt weiter, um das Leben älterer Menschen sicher und bequemer zu machen.


Smartes Wohnen für Senioren

 

Mit Hilfe von Automatismen und Sprachsteuerung werden Risiken vermindert und anstrengende Tätigkeiten vermieden. Senioren zeigen häufig einen falschen Hang zum Energiesparen und schalten die eigentlich notwendige Beleuchtung gar nicht oder erst zu spät ein.  Eine automatische bewegungsgesteuerte Beleuchtung in dunklen Räumen oder beim nächtlichen Gang ins Bad schafft hier Abhilfe und sorgt immer für ausreichende Beleuchtung. Da dies nur mit modernen energiesparenden LED-Leuchten funktioniert, freut sich auch der Geldbeutel über die geringere Stromrechnung. Die Sprachsteuerung ermöglicht es, alle Geräte zu bedienen, ohne dabei selber zum Gerät gehen zu müssen. Mittels Sprachbefehlen, wie „Licht an“, Licht heller“, „Rollladen runter“, „Heizung auf 26°“, kann eine angenehme Wohn­atmosphäre jederzeit bequem hergestellt werden.

 

Schluss mit dem Fernbedienungschaos

 

Da auch Fernseher, Radio und Stereoanlage mit Sprache gesteuert werden, können die Fernbedienungen mit ihren vielen Tasten und winzigen Beschriftungen getrost beiseitegelegt werden. Dafür sind nicht nur Menschen mit nachlassender Sehkraft oder Alterszittern dankbar.

 

Sicherheit

 

Sicherheit ist für Ältere ein wichtiges Thema. Das auf Tablet oder Fernseher übertragene Bild des Eingangsbereichs erhöht das persönliche Sicherheitsgefühl gegenüber äußeren Gefahren entscheidend. Und je nachdem, wer vor der Türe steht, lässt sich diese durch Zuruf auch öffnen oder eben nicht.

Automatische Abschaltvorrichtungen für den Herd bei längerer Abwesenheit aus der Küche, ein Kommando, das bei Verlassen der Wohnung bis auf Waschmaschine, Kühlschrank und Kühltruhe alle elektrischen Verbraucher abschaltet und eine Stimme, die an die rechtzeitige Medikamenteneinnahme erinnert, reduzieren Ängste vor selbstverursachten Missgeschicken.

 

Videotelefonie für den täglichen Kontakt mit der Familie

 

Mittels Videotelefonie lässt sich nicht nur der Kontakt zu den Liebsten halten, sondern im Notfall auch per Stimme ein Anruf starten. Die Videokamera schaltet sich dabei automatisch ein.

 

Sprachsteuerung – Durchbruch und Revolution

 

Die Steuerung von Heizung, Beleuchtung, Rollläden, Fernseher, Radio und Musik erfolgt auf Zuruf. Die neuen digitalen Assistenten sind ohne Sprechertraining sofort einsetzbar und zeigen sich auch flexibel in der Formulierung der Anweisungen. „Licht aus“, „Bitte schalte das Licht aus“, „Nu mach mal das Licht aus“ führen zu den gleichen Ergebnissen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Senioren besonders positiv auf die Sprachsteuerung reagieren. Die natürliche Stimme der Sprachassistenten nimmt Berührungsängste, die Sorge vor der Komplexität der Technik und einer versehentlichen Fehlbedienung entfällt. Schnell wird die digitale Assistentin als echte Helferin akzeptiert und für Erinnerungen, Einkaufslisten und Informationen von Busverbindungen bis Wetter eingesetzt.

 

Wichtige Rolle der Kinder

 

Ein Sturz, ein Unfall sind meist der Anlass für Kinder, sich mit der konkreten Wohnsituation der Eltern auseinanderzusetzen. „Heim oder Daheim?“ ist die unangenehme Frage, die dann schnell und für alle Beteiligten überraschend auf der Tagesordnung steht. Barrierefreie Umbauten und smarte Hilfsmittel können in fast allen Fällen einen Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen.

Der Einbau der smarten Komponenten findet ohne Lärm und Schmutz statt und ist meist in einem Tag erledigt. Die Lösungen sind dabei für Miete wie Eigentum gleichermaßen geeignet. Liegt eine Pflegestufe vor, so fördern die Pflegekassen bereits ab Pflegestufe 0 entsprechende Vorrichtungen mit bis zu 4.000 Euro.

„Omas Haus kennt sogar meinen Geburtstag und hat mir Witze erzählt“, sagt Lina, bevor sie, erschöpft vom Besuch bei der Oma und ihrem Hexenhaus, im Auto einschläft. Und auch Oma kann wohlbehütet in ihrem smarten Heim schlafen, in dem beruhigenden Wissen, dass ihre Wohnung sie rechtzeitig an den anstehenden 8. Geburtstag ihrer Enkelin erinnern wird.

 

 

Frank-Ivo Lube

 

Zum Autor

Frank-Ivo Lube ist Geschäftsführer der Lebensstil digital GmbH. Das Unternehmen erstellt Konzepte für sprachgesteuerte smarte Wohnungen und setzt diese für Privatunternehmen und Bauträger um. In einem Vorführraum in der Saalgasse 28 in Wiesbaden lässt sich das smarte Wohnen mit Sprachsteuerung hautnah erleben. Weitere Informationen unter www.lebensstil-digital.de.

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