Gesundheitsexperten /17. Februar 2020

Allergien: Eine Belastungsprobe für die ganze Familie

Mein Mann stammt aus dem hohen Norden, vermutlich waren einige seiner Vorvorfahren Wikinger, will man seinen Ausführungen Glauben schenken. In jedem Fall war er von Kindesbeinen an bei rauhestem Wind und noch so miesem Wetter in und an der See. Er ist abgehärtet, hat ein Immunsystem, das seinesgleichen sucht. Sagt er. Ich dagegen – im wunderschönen Hessenland aufgewachsen – bin ein durchschnittlich gesunder und fitter Mensch.

Wir beide haben uns und dazu drei ganz wunderbare Kinder. Unseren achtjährigen Max und unsere fünfjährigen Zwillinge Sophia und Kiara. Die Mädels sind wahre Haudegen. Ständig blaue Flecken, aufgeschlagene Knie bis hin zu Platzwunden an der Stirn. Im Wechsel. Einmal die eine, einmal die andere. Ganz der Wikinger-Vater. Max dagegen ist eher, naja, sagen wir mal: überlegt. Er denkt nach, bevor er auf einen Baum klettert. Wenn er es denn überhaupt tut. Auch er mag Tiere, aber mit einem gewissen Abstand, er muss zum Beispiel nicht auf jedem Vierbeiner reiten oder die Hand durch jedes Gitter stecken. Er ist auch kein Topathlet. Klar interessiert er sich für Sport, aber vor allem theoretisch.

 

„Schatz, etwa jedes 11. Kind ist betroffen!“

Max hat seit seiner Geburt Neurodermitis und seit vier Jahren eine starke Allergie. Mein Mann, der seinen Sohn über alles liebt und für das Kindeswohl jede noch so medizinische Lektüre über Neurodermitis und Allergien verschlingt, meinte eines Abends zu mir: „Schatz, etwa jedes 11. Kind in Deutschland ist betroffen. Häufig ist ein Elternteil auch Allergiker. Du, das muss er von euch haben. In meiner Familie gibt es keinerlei Anzeichen.“ In meiner auch nicht. Stimmt nicht ganz: Meine große Schwester Karin klagt seit einigen Jahren über massive Atemprobleme, wenn die Pollen fliegen. Auch die milden Winter machen ihr als Allergikerin inzwischen zu schaffen, denn je nach Witterung können Gräserpollen vereinzelt bis in den November und die Pollen von Frühblühern wie Hasel und Erle bereits im Dezember fliegen. Also wird es wohl tatsächlich so sein, dass meine Familie an den Allergien unseres Sohnes schuld ist.

 

Kuscheltiere – ab ins Gefrierfach

Ich war mit Max seit seiner Geburt bei zig Ärzten und Homöopathen, wir haben viele Medikamente, Therapien und Salben ausprobiert, haben nichts unversucht gelassen. In unserem Zuhause eliminierten wir Teppiche, jeden Tag wischte ich Staub, alle Kuscheltiere wurden zweimal pro Woche gewaschen, an heißen Sommertagen wurde das Lieblingsplüschtier zudem ins Gefrierfach gelegt, um es angenehm zu kühlen und zudem alle Milben zu beseitigen. Luftbefeuchter sorgen für ein angenehmes Raumklima. Alles zusammen hat irgendwann gewirkt, wir hatten riesiges Glück: Die Neurodermitis wurde tatsächlich besser und besser und irgendwann war sie weg. Welche von all den Medikamenten, Salben, Methoden tatsächlich geholfen haben, ist nicht klar. Vielleicht war es ein Zusammenspiel aller. Auf jeden Fall war es eine große Erleichterung.

 

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Dass Max nach der überstandenen massiven Hautkrankheit dann unter einer heftigen Allergie litt, war ein Schock. Ein kürzlich vorgenommener Test zeigte: Es sind in erster Linie die Frühblüher, die ihm schwer zu schaffen machen. Hasel, Erle und Birke. Und er muss Nüsse strikt meiden. Seit wir dieses genaue Bild der „kleinen Feinde“, wie Maxis Schwestern sie nennen, haben, funktioniert alles besser. Süß, wie die Mädels ihren großen Bruder gegen die ungewollten Eindringliche konsequent verteidigen. Nusshaltige Lebensmittel sind aus unserer Speisekammer gänzlich verbannt. Bisherige Weihnachtsplätzchen wurden zu nusslosen und köstlichen Spitzbuben und Kokosmakronen. Wir verfolgen morgens alle den Pollenflug und reagieren auch gemeinsam darauf. In der Hochsaison kommen die Straßenklamotten aller Kids sofort in die Waschmaschine, Haare werden häufiger gewaschen. Im Sommer geht der Papa mit dem Sohnemann noch abends ins nahe Schwimmbad. Abkühlen. Danach kann der Kleine besonders gut schlafen. Einige Säfte, Sprays und Tropfen wurden ausprobiert. Seit Kurzem ist ein neues Nasenspray im Einsatz, das richtig gut hilft. Sofort wurde dieser Erfolg der Patentante Karin mitgeteilt, in der Hoffnung, das Medikament möge auch bei ihr gut anschlagen.

 

Auch Wikinger sind nicht gefeit

Irgendwie ist uns ein recht natürlicher Umgang mit der beeinträchtigenden Allergie gelungen. Sie gehört dazu. Zum Familienalltag. Und: Jeder noch so kleine Therapieerfolg wird zusammen gefeiert. Der Papa ist überglücklich, dass uns unsere Urlaube meist in seine Heimat an die raue See verschlagen. Einfach das allerbeste Klima für Max. Er und die Mädels lieben die Wochen in den Dünen. Bei einem kleinen Picknick am Strand kredenzte ich letzten Sommer meiner Familie eine seltene Frucht. Die Kaktusfeige. Herrlich. Allerdings hatte mein Göttergatte vor dem Einschlafen tränende Augen und ein unangenehmes, pelziges Gefühl im Mund, das bis zum nächsten Abend anhielt. Hoffentlich kein Anzeichen für einen möglichen, ganz kleinen Hang zu Allergien? Denn: Selbst Wikinger scheinen nicht ganz gefeit zu sein.

Um mit Krankheiten wie Neurodermitis oder Allergien zu leben, braucht man oft viel Kraft und Optimismus. Und vertrauensvolle Begleiter, wie Ärzte und Homöopathen. Und Apotheker. Unsere Gesundheitsexperten der Burg-Apotheke in Königstein unterstützen Sie gerne. Lassen Sie sich ganz gezielt von ihnen beraten.

 

Fazit: Jede länger anhaltende Krankheit eines Familienmitglieds ist eine große Belastungsprobe. Geduld und Liebe zählen nun. Und der Mut, Verschiedenes auszuprobieren. Denn unterschiedliche Wege führen oft zu einem Therapieerfolg.