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Special im Juni: Übergewicht – Der Kampf mit den Kilos

Das Schulbrot ist nicht angerührt, die gesunden Snacks liegen mittlerweile leicht angetrocknet daneben. Zum dritten Mal in dieser Woche ist die liebevoll und ausgewogen gefüllte Brotdose nach der Schule ebenso voll wie am Morgen.

Zum dritten Mal in dieser Woche höre ich auf mein vorsichtiges Nachfragen die Antwort, dass stattdessen ungesunde Lebensmittel aus dem nahegelegenen Supermarkt und vom Bäcker um die Ecke als Schulessen dienten.

Nicht nur bei meinem Kind macht sich das deutlich bemerkbar. Übergewicht ist auf dem Vormarsch. Doch wie kann ich dagegen vorgehen?

Übergewichtige Kinder und Erwachsene: Anzahl steigend

Innerhalb der letzten Jahrzehnte ist der prozentuale Anteil von fettleibigen Menschen immens gestiegen. Bei den Mädchen im Alter zwischen 5 und 19 Jahren hat sich die Anzahl verdoppelt. Bei den gleichaltrigen Jungen hat sich die Zahl sogar verdreifacht. Zwei Drittel aller Erwachsenen sind zu dick.

Seit Corona hat sich dieses Problem noch verschlimmert. Weniger Bewegung, Langeweile und ungehinderter Zugang zu Essen durch Lieferando und Co. bieten leider eine optimale Basis für Adipositas in allen Altersklassen. Das hat verheerende Folgen für die Gesundheit. Bewegungsapparat und Herz-Kreislauf werden belastet, die Anfälligkeit für Infektionen steigt und das Risiko für Krankheiten ist generell erhöht. Durch diese Einschränkungen und Folgeschäden ist Übergewicht die häufigste Todesursache in Europa. Umso wichtiger ist es, frühzeitig dagegen vorzugehen.

Gesunde Ernährung beginnt zu Hause

Ungesunde Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen, fällt Erwachsenen und Kindern schwer, wenn sie nicht an eine ausgewogene Ernährung gewöhnt sind und dadurch Obst und Gemüse als langweilig oder fade empfinden.

Die richtige Einstellung zum Essen muss daher zu Hause beginnen und ein fester Bestandteil des Alltags sein. Ideal ist es, wenn das Kochen und Zubereiten allen Spaß machen. Dank zahlreicher gesunder Rezepte und Ideen im Internet ist es einfach, immer wieder Neues auszuprobieren und keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Werden Kinder direkt eingebunden, dürfen ebenfalls Gerichte auswählen und für alle zubereiten, essen sie mehr gesunde Speisen. Schließlich ist es schwierig, die selbst gemachten Gemüsesticks mit Dip abzulehnen oder den Obstsalat zum Nachtisch – der Stolz auf die eigene Leistung überwiegt.

Bleibt die Brotdose immer wieder voll, hilft der Ersatz gegen eine Bentobox. Bunt belegte Sandwiches, Chia-Pudding und Gemüsefrikadellen, Kokosbällchen, vegetarisches Sushi und mundgerecht geschnittenes Obst – die Auswahl für die Zusammenstellung ist groß. Durch ein appetitliches Anrichten von Speisen, die zu Hause Favoriten sind, steigt die Chance, dass diese auch in der Schule oder auf der Arbeit nicht gegen ungesunde Speisen ersetzt werden.

Fettleibigkeit vorbeugen, erkennen, behandeln

Viel Bewegung an der frischen Luft, ein aktiver Lebensstil und gesunde Ernährung sind die besten vorbeugenden Maßnahmen. Sportprogramme im Kindergarten und in der Schule sowie gesundes Schulessen können ebenfalls dabei helfen, das Körpergewicht in einem gesunden Rahmen zu halten.

Erwachsene sollten sich selbstverständlich ebenfalls daranhalten. Diäten helfen nicht dauerhaft dabei, das Gewicht zu halten und sich wohlzufühlen. Eine allmähliche Ernährungsumstellung ist deutlich angenehmer und wirksamer.

Kommt es dennoch zu Fettleibigkeit, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Gegebenenfalls verbirgt sich dahinter eine Erkrankung, die zunächst therapiert werden muss. Die Vermittlung an eine Ernährungsberatung und einen Trainer zum Aufstellen eines individuellen Programms kann die dauerhafte Gewichtsreduktion zusätzlich fördern.

Wenn das Essen (zu) teuer wird

Der Ukraine Krieg, Lieferkettenprobleme, Arbeitskräftemangel, die Corona-Pandemie und eine ansteigende Nachfrage haben die Inflation in den vergangenen Monaten weltweit in die Höhe schnellen lassen. Im Juli 2021 setzte der erste Preisschub bei Lebensmitteln ein, der sich bis heute Monat für Monat fortsetzt. Für Menschen mit geringen Einkommen sind die Preissteigerungen zu einem Problem geworden – das reicht meist nicht für eine gesunde Ernährung.

Unsere Tipps für den Einkauf bei steigenden Lebensmittelpreisen

Saisonale Lebensmittel kaufen: Die Ernährungsexperten der Verbraucherzentralen bieten online eine Liste mit Gerichten, die den Geldbeutel schonen. Einen guten Überblick bietet der Saisonkalender der Verbraucherzentralen.  Sparmöglichkeiten nutzen: Lebensmittel, die nur noch kurz haltbar sind, werden meist in Supermärkten oder Discountern reduziert angeboten. Lebensmittel sollten zudem zu Hause richtig gelagert werden, damit sie sich möglichst lange halten.