Allgemein /28. Mai 2019

Vatertag – Wenn „Vater sein“ ein bezahlter Job wäre

Nachdem ich mir nun aus Anlass des Muttertages Gedanken über den Tag an sich gemacht habe und diesen mit Blumen, Schokolade und ‚heute muss Mama nichts tun‘ assoziierte, denke ich beim Vatertag eher an martialische Männlichkeit und mit Bierkästen beladene Leiterwägen. Soweit die Klischees.

Aber so wenig wie Frauen an den Herd gehören, so wenig trinken Väter automatisch gerne mit ihren Kumpels Bier in der Natur.

Die heute klassischen Familienbilder lösen sich immer mehr auf. Eltern versuchen, ihre Rolle zwischen Tradition und Moderne zu finden. So stellt der Mann als Ernährer und echter Kerl mit Schweiß und Motoröl auf dem T-Shirt nicht mehr unbedingt die Norm dar. Nur noch 13 Prozent der jungen Väter entsprechen nach einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung dem Typ des „Ernährers“, der zur Arbeit geht und das Geld für die Familie verdient. 40 Prozent zählen die Wissenschaftler inzwischen zum Typ des „Vereinbarers“, der für Frau und Kinder beruflich kürzertritt.

Was bedeutet es heute ein Mann zu sein, und was bedeutet es ein Vater zu sein?

Anlässlich des Vatertags hat der Dienstleistungsvermittler ProntoPro auch hier berechnet, wie viel ein Vollzeit-Vater verdienen würde. Dabei kam ProntoPro auf ein durchschnittliches Monatsgehalt von 3.600 Euro. Die Studie bildet ein Pendant zu einer am Anfang des Monats veröffentlichten Studie, bei der ProntoPro das monatliche Durchschnittsgehalt einer Vollzeit-Mutter berechnet hat. Dazu wurde typische Tätigkeiten innerhalb und außerhalb des eigenen Haushalts berücksichtigt und mit entsprechenden Stundenlöhnen von Berufen mit vergleichbaren Aufgabenfeldern verrechnet.

Um einen Vergleich aufstellen zu können, wurde ein Stereotype Vater kreiert. Der Vater der Studie ersetzt sicherlich keinen Profi, hat aber für viele Alltagsprobleme eine passende Lösung und ist als Familienoberhaupt zuverlässiger Ansprechpartner, etwa bei den Hausaufgaben. Diesen Teil wird mit einem Stundenlohn von 30 Euro berechnet. Nach den Hausaufgaben und an Wochenenden weiß der Vater außerdem, wie er seine Kinder am besten unterhalten kann. Hier wird das Gehalt eines Animators herangezogen, mit 182 Euro pro Event. In vielen Situationen vermittelt er seinen Kindern wichtige Werte. Das kann in Form eines Life Coaches sein, der mit 400 Euro berechnet wird, oder durch lustige Kochkurse, mit etwa 70 Euro pro Person. Als Koch muss er sich natürlich auch Gedanken über richtige Ernährung machen und auch mal als Bäcker tätig werden. Diese beiden Berufsgruppen werden in der Studie mit insgesamt 190 Euro berechnet.

Der Vater macht auch gerne viele Arbeiten rund ums Haus selbst. Ob nun das Wohnzimmer renoviert, neue Möbel zusammengebaut oder die Geschirrspülmaschine repariert werden muss. Dieser Bereich wird mit 35 Euro pro Aufgabe berechnet. Gartenarbeit wird separat mit einem Stundenlohn von 20 Euro bedacht. Wie schon in der Muttertagsstudie, gehen wir davon aus, dass sich die Eltern die Aufgaben im Haus teilen. Neben dem Haushalt mit einem Stundenlohn von 16 Euro, fallen darunter auch der Job des Einkäufers mit 250 Euro pro Tag und des Fahrers mit 170 Euro. Bei 7 Tagen die Woche und einer ständigen Verfügbarkeit kommt insgesamt das Durchschnittsgehalt von etwa 3.600 Euro pro Monat zustande.

 

Lassen Sie uns doch beide Elternteile gleichermaßen an einem Tag feiern. Mit der Einführung eines Elterntages wird die Gleichberechtigung von Müttern und Vätern ausgedrückt und deren Bedeutung hervorgehoben. Und an diesem Tag dürfen Männer auch gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen oder Blumenvasen arrangieren, während ihre Frauen Bier trinken und sich amüsieren.

 

 

Quelle: ProntoPro v. 27.05.19

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